Was beim Terrorismus falsch läuft


Im Fall des Attentats auf Lübcke sehen wir wieder den üblichen Umgang mit dem Terrorismus. Man konnte voraussehen, was nach der Tat passieren würde: Es kamen die üblichen – man muss es leider schon so nennen – Sprechblasen.
Was ich vermisse, ist ein unorthodoxer, aber wirksamer Umgang mit dem Terrorismus. Und der sieht so aus:
> Nehmen wir als Beispiel die Ermordung von John Lennon. Dem Täter kam es darauf an, durch den Mord genau so „berühmt“ zu werden wie sein Opfer. Publicity ist die Triebfeder vieler Attentäter. Und deshalb geht die Zeitung
„Le Monde“ einen anderen Weg als die meisten Medien: Sie will keine Fotos mehr von Terroristen veröffentlichen und damit eine Glorifizierung der Täter verhindern.
Was aber tun die „Gschaftlhuber“ unserer Medien? Genau das, was die Täter gewollt haben: Sie bieten den Terroristen und deren
wirren Ideen eine große Bühne. Wochenlang setzen sie sich damit auseinander.
Wo aber lesen wir eine Berichterstattung unter dem Aspekt, dass ein geistig
minder bemittelter Täter sich von anderen so beeinflussen ließ, dass er ein schäbiges, feiges Attentat begangen hat?
Da käme der Täter nicht als der große Held weg, als den er sich fühlt, sondern als bloßes Werkzeug anderer.
> Gerade bei Rechtsterroristen, die ja auch Ideen vom Heldentum anhängen, wäre es wichtig, die Feigheit und Schäbigkeit eines Attentats heraus zu stellen und den Akzent nicht zu sehr auf die Tötung eines Amtsträgers zu legen, sondern darauf, dass ein Mensch umgebracht wurde und eine Familie in unermessliches Leid gestürzt wurde.
> Schließlich sollte als besonders erschütternd die Sinnlosigkeit solcher Morde heraus gestellt werden: Der Täter wird mit Sicherheit immer ermittelt und verbringt den überwiegenden Teil seines restlichen Lebens in einer Zelle. Und alles, was er erreicht hat, ist, dass ein Amtsträger durch einen anderen ersetzt wird.
Man muss immer wieder heraus stellen: So etwas können nur besonders blöde Menschen tun.

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