Trump auf den Spuren von Bush jr. – wie im Irakkrieg


Erinnern Sie sich noch an den Irakkrieg? Als Bush jr. sich bei der Präsidentschaftswahl nochmals als Kandidat bewarb, standen seine Chancen nicht besonders. Da musste ein Sieg her, wie er seinem Vater einen Popularitätsschub brachte. So begann er mit erlogenen Argumenten den Irakkrieg. Sein Außenminister belegte mit fadenscheinigen Bildern die Behauptung, Saddam Hussein bastele an Atombomben. Dieser Kriegsgrund bestand in Wirklichkeit auch deshalb nicht, weil eine internationale Kommission im Irak unterwegs war, um nach eventuellen Atombomben zu suchen. Die USA hätten ja ohne weiteres diese Wissenschaftler an die Stelle leiten können, wo die angeblichen Atombomben lagern sollten. Man sieht also: der Kriegsgrund war in jeder Beziehung nur vorgeschoben.

Nun läuft bei Trump alles wieder so wie damals bei Bush jr.: Trumps Wiederwahl muss vorbereitet werden und seine Chancen stehen auf Spitze und Knopf. Da muss also auch wieder ein Sieg her.
Auch nun behauptet Trump, der Iran halte sich nicht an den Atomwaffensperrvertrag. Den Beweis ist er schuldig geblieben. An einer Klärung durch die IAEO ist er nicht interessiert.
Die neuerlichen Angriffe auf Tanker schiebt Trump dem Iran in die Schuhe. Das ist so unsinnig, dass nur sein treuester Vasall Großbritannien ihm beispringt: Der britische Außenminister erklärte nämlich, kein anderer Staat oder nicht-staatlicher Akteur käme dafür vernünftigerweise in Betracht.
Um der Vernunft des Ministers auf die Sprünge zu helfen, seien ihm die theoretischen Erklärungsmöglichkeiten für die Angriffe auf die Tanker erklärt:
1. Trump selbst könnte die Angriffe in Auftrag gegeben haben, um einen Krieg zu führen, der seine Wahlaussichten verbessert.
2. Er könnte die Angriffe auch deshalb durchgeführt haben, um den Ölpreis zu steigern.
3. Israel hat ein Interesse, seinen Erzfeind Iran auszuschalten, der dem Land dauernd mit der Vernichtung droht.
4. Und auch die Araber sind mit dem Iran verfeindet und so wäre es ihnen recht, wenn Trump gegen diesen Feind einen vernichtenden Schlag führen würde.
5. Schließlich gibt es ja auch noch Terrorakte des IS.

Merkwürdig ist, wie wenig die USA zur wirklichen Aufklärung des Falles beitragen: Sie bieten nur ein nichtssagendes Foto auf. Tatsächlich aber müssten sie über über genaues Material verfügen, das die Vorfälle dokumentiert. Die ganze Welt wird von Satelliten überwacht, sicherlich besonders die Straße von Hormus. Wo bleiben solche Bilder, wie wir sie beispielsweise von den LKWs Saddam Husseins gesehen haben oder vom Abschuss des Flugzeugs MH17 über der Ukraine?
Man sieht: Trump vernebelt die Lage, um der Welt eine Version aufzuschwatzen, die nichts Gutes verheißt.

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