Horrorszenario: Die Stechuhr

Der EuGH hat gerade entschieden, dass die Arbeitszeit der Arbeitnehmer zu dokumentieren ist. Das Urteil wird kritisiert.
Dazu eine Anekdote: Der Onkel meiner Frau war Chef der obersten Baubehörde. Dort arbeitete man – wie es bei hohen Behörden üblich ist – natürlich ohne Stechuhren. Aber eines Tages wurde dann doch angeordnet, dass Stechuhren einzuführen sind. Erst dachte der gute Onkel, naiv wie Onkel sind, dass er als Behördenchef natürlich von dieser Regelung ausgenommen sei. Dann aber wurde ihm bedeutet, dass er selbstverständlich mit gutem Beispiel voran gehen müsse.
Er schimpfte wie ein Rohrspatz und sah bei solchen Bräuchen den Sozialismus und sogar den Untergang des Abendlandes kommen.
Aber dann geschah ein Wunder: Er war auf einmal begeistert von der Stechuhr. Er stellte schon nach kurzer Zeit fest, dass er Überstunden gemacht hatte in einer Anzahl, die ihm eine Woche zusätzlichen Urlaub bescherten. Und so ging es weiter. Er sagte dann einmal: „Man war ja blöd, wenn man sich früher so in seine Arbeit rein gehängt hat, ohne etwas davon zu haben.“
Ich weiß nicht, ob man die Stechuhren beibehalten hat.

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