Krankheit von Politikern: das Guttenberg-Syndrom

Unsere Demokratie ist krank, wenn wir die Staatsform, in der wir leben, überhaupt noch als Demokratie bezeichnen wollen.
Was aber das Schlimmste an unserer Republik ist, sind die Leute, denen die Führung des Staates anvertraut ist. Wenn man sie so anschaut, kann man nur sagen: „Von Tuten und Blasen keine Ahnung.“ Es kann einfach nicht angehen, dass junge Leute, die sich nicht von unten nach oben gedient und nicht genügend Erfahrungen gesammelt haben, ein Ministerium leiten. Kein Wunder, dass sie von Kabarettisten mit Ausdrücken wie „Spontitruppe“ verhöhnt werden.
Guttenberg ist vielleicht deshalb das beste Beispiel für das mangelnde Können dieser Leute, nicht etwa deshalb, weil er sich durch besondere Unfähigkeit „ausgezeichnet“ hätte, nein, seine Fähigkeiten hielten sich auf dem Level des Kabinetts. Nachdem er zurücktreten musste, wurde erst offenbar, was er hinterlassen hat: „Unhaltbare Zustände!“ Diese Diagnose stammt nicht von der Opposition, sondern von seinem Nachfolger aus derselben Fraktion.
Erinnern wir uns: Was wurde dieser Mann gelobt! Und wie schäbig wurde das Verhalten der Opposition hingestellt, die diesen „tüchtigen“ Mann feige durch Heckenschützen habe abschießen lassen. Die Kanzlerin wollte ja trotz allem noch wegen seiner angeblichen Tüchtigkeit an ihm festhalten, denn sie habe ja keinen Wissenschaftler, sondern einen ausgezeichneten Verteidigungsminister engagiert.
Nun kommt also auf, was der Mann wirklich gewesen ist: Ein Blender, nicht nur bei seiner Doktorarbeit, sondern auch im Beruf.
Dass wir mehr solche Blender haben, zeigte sich am Fall Koch-Mehrin. Sie ist das weibliche Gegenstück zu Guttenberg. Wie kann es jemand, der durch dauernde Fehlzeiten im Parlament aufgefallen ist, bis zur Vizepräsidentin bringen?
Es ist dasselbe wie bei Guttenberg: In unserer herunter gekommen Medienrepublik kommt es weniger auf das Können der Leute an als auf die Art, wie sie sich in den Medien präsentieren können. Und da macht es sich gut, wenn man als „sexiest Woman“ im Parlament gilt, auch wenn die erotische Ausstrahlung weit hinter der von der alten Sophia Loren zurückbleibt.
Kehren wir zum Phänomen Guttenberg zurück: Wenn man ganz oben steht, wie er seinerzeit als Minister, hat keiner aus seinem Umfeld den Mut, den Mund aufzumachen. So fällt gar nicht auf, dass er nur ein Blender ist. Und so wird er gefeiert als der Mann, der die Verkleinerung der Bundeswehr erfunden und auch nachhaltig begonnen hat hat. Dass beides nicht stimmt, sah man erst später, als die eigenen Parteifreunde von ihm abrücken. Wir hatten es hier ja schonlange  vorher festgestellt.

2 Kommentare zu „Krankheit von Politikern: das Guttenberg-Syndrom

  1. Vielleicht konnten die beiden Blender Guttenberg und Koch-Mehrin raketenhaft aufsteigen, weil sie durch ihr Aussehen als Aushängeschild taugten. Ich habe mir die Frage gestellt, warum es in der sog. Politik eine derart große Anzahl von Personen gibt, die aus einem Gruselkabinett entsprungen sein könnten.

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