Macht Kirche geil?

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„Macht Kirche geil?“ Diese Frage muss man sich angesichts der ungeheuren Masse an Missbrauchsfällen tatsächlich stellen. Woran liegt es denn eigentlich, dass man fast den Eindruck gewinnen kann, in der Kirche sei eine Negativauslese am Werk. Vergleicht man die abscheulichen Vorkommnisse in der Kirche mit anderen Institutionen, dann steht die Kirche als quasi heilige Gemeinschaft mit Abstand am schlechtesten da, denn wann hört man schon einmal davon, dass sich ein Lehrer über eine Schülerin oder einen Schüler her gemacht hat?
https://autorenseite.wordpress.com/2019/02/21/zur-antimissbrauchskonferenz-macht-froemmigkeit-schwul/
Der Papst hat mit seiner Missbrauchskonferenz viel Kritik geerntet. Die hat er allein schon dadurch verdient, dass er den Missbrauch als allgemeines Phänomen begreift, von dem auch die Priesterschaft nicht ausgenommen sei. Er hätte umgekehrt argumentieren müssen: Warum ist die Priesterschaft besonders davon betroffen? Und was kann man dagegen tun?
Da wäre schon einmal eine andere Einstellung zur Homosexualität ein erster wichtiger Schritt. Der würde voraus setzen, dass die Kirche das Alte Testament als jüdisches Geschichtsbuch begreift.
https://autorenseite.wordpress.com/2019/01/13/zum-sonntag-bibel-als-wahres-wort-gottes/
Stattdessen heißt es im Katholischen Katechismus:
„123. Die Christen verehren das Alte Testament als wahres Wort Gottes.“
Und da hat es natürlich ein besonderes Gewicht, wenn es im Alten Testament heißt:
Wenn jemand beim Knaben schläft wie beim Weibe, die haben einen Gräuel getan und sollen beide des Todes sterben; ihr Blut sei auf ihnen.“ (3. Mose 20,13)
Dies führt m. E. dazu, dass sehr fromme schwule junge Männer sich als Sünder begreifen und alles tun wollen, um dagegen anzukämpfen. Sie werden Priester, weil sie glauben, so ihre Sündhaftigkeit in den Griff zu bekommen. Aber wie es halt bei sexuellen Versuchungen ist: da sind viele Menschen einfach machtlos wie bei Hunger oder Durst.
Würde man die Homosexualität ganz schlicht als eine Spielform der Sexualität begreifen, die zwar nicht wünschenswert ist, weil Staat und Kirche Kinder brauchen, die aber dennoch zu tolerieren ist, dann wäre schon viel Luft aus dem Problem heraus genommen.
Wahrscheinlich ist es ja wohl so, dass das Zusammentreffen von Heiligkeit mit der alttestamentarisch todeswürdigen Sündhaftigkeit eine ganz unerträgliche Spannung schafft, die irgendwann zur Explosion kommt.
https://autorenseite.wordpress.com/2019/02/21/zur-antimissbrauchskonferenz-macht-froemmigkeit-schwul/
Diese Explosivität zu beseitigen sollte eines der wichtigsten Anliegen der Kirche sein neben der Streichung des Zölibats und neben dem Ausschluss der Frauen von den höheren Weihen.
Wann sieht der Papst endlich ein, dass die reine Männerkirche in schlimmer Weise gescheitert ist?

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