Meine Angst vor Frauen

Wer kann helfen?
Unlängst befasste sich die Sendung „Bayern 1 am Morgen“ mit Phobien. Leider hatte ich zu wenig Zeit, sie anzuhören oder gar mein spezielles Problem mitzuteilen. Die Sendung erklärte alle möglichen skurrilen Ängste. Kaum zu glauben: Z.B hatte jemand Angst vor Knöpfen! Meine spezielle Angst aber kam nicht vor. Für sie gibt es offenbar nicht einmal einen bekannten Namen, obwohl sie weit verbreitet ist: Ich habe sie daher Feminaphobie getauft. Angst vor Frauen. Kaum hatte ich diesen Namen erfunden, gab ich ihn mal bei Google ein. Man weiß ja nie, ob nicht vielleicht jemand schon vorher die Idee hatte, ein solches Wort zu „schöpfen“. Es gibt ja wohl kaum eine Buchstabenfolge, die nicht schon irgendwann bei Google aufgetaucht ist, selbst wenn sie einige „X“ oder „Y“ enthält. Und tatsächlich fand ich bei Gloria.tv diesen Satz:
„Aufgrunddessen muss man bei den Kräuselnetzlern durchaus von einer kruden Feminaphobie© sprechen. Wie arm.“
Aber der Satz half mir auch nicht weiter, eher im Gegenteil. Kann man überhaupt an so einem Wort ein Urheberrecht geltend machen? Muss ich meine Feminaphobie nun in Mulierphobie umtaufen? Welcher Anwalt weiß da Rat?

Anscheinend bin ich mit meiner Phobie nicht allein. Das beruhigt etwas.
Ich bin zwar verheiratet, doch hat dies meine Phobie nicht behoben. Zwar habe ich in meiner Ehe gelernt, dass Frauen durchaus auch ungefährlich sein können, jedenfalls normalerweise. Meine Ängste betreffen aber fremde Frauen, auch da wiederum nur bestimmte Typen. Neulich war ich beispielsweise im Finanzamt. Dort wird man in einem Service-Zentrum empfangen. Als ich dort eintrat, glotzten mich zwei übereinander sitzende Reihen von Frauen aus ihren offenen Arbeitsboxen an. Ihr finster-muffiger Blick ging mir durch Mark und Bein. Ich fing an zu schwitzen. Es war eine wahrscheinlich spezielle Art von Angstschweiß, den es offenbar nur in unserer Familie gibt, wie die unten folgende Anekdote zeigt. Als ich endlich an die Reihe kam, war ich „f.f.“ (völlig fertig). Ich hätte alle meine Steuersünden gebeichtet, wenn ich mir irgendwelcher Verfehlungen bewusst wäre. Ich versuchte, mein Zittern zu verbergen, um nicht den Eindruck zu erwecken, ich hätte ein schlechtes Gewissen.  „Ha!“ rief die Beamtin auf einmal, dass es mir kalt den Rücken runter lief: „Da haben Sie zu wenig angegeben!“ Ich machte sie darauf aufmerksam, dass die von ihr vermisste Summe an anderer Stelle eingetragen war. Sie belehrte mich dann in einem Ton wie man mit einem geistig minderbemittelten Schüler spricht, was ich warum falsch gemacht hatte.
Nächste Woche muss ich zur Zahnärztin und allein schon beim Gedanken an dieses Wort bricht mir wieder der Schweiß aus. Wie konnte ich nur auf die Idee kommen, beim Anmelden in der Praxis auch mit der Behandlung durch eine Frau einverstanden zu sein? Weiß eine Frau überhaupt, wie sensibel ein Mann sein kann – besonders an den Zahnnerven? Darf man als Mann beim eventuellen Bohren seinen Schmerz zeigen oder gilt das als unmännlich? Fragen über Fragen – Soll ich meinen Termin vielleicht doch lieber absagen?
Gut, dass es auch andere Frauen gibt, wie beispielsweise die Zenzi, die mir bei unserem monatlichen Stammtisch das Bier serviert. Die könnte mich glatt von meiner Phobie heilen, wenn ich nicht schon verheiratet wäre.

Und nun zur Anekdote:

Meine Tante berichtete, dass sie sich einmal auf dem Chiemsee bei einem Unwetter in höchster Lebensgefahr befunden habe. Als jemand dies nicht recht glauben wollte, erzählte sie: „Unser Vater hatte ein Ruderboot gemietet und ist mit uns auf den See hinaus gerudert, als ein Sturm losbrach. Die Wellen wurden höher und höher, schwappten schließlich sogar ins Boot. Unser Vater ruderte wie ein Wahnsinniger, so dass wir doch endlich heil, aber durchnässt das Ufer erreichten. Am nächsten Tag brachte ich sein durchgeschwitztes Hemd in die Wäscherei. Als ich es wieder abholte, reklamierte ich, dass es noch Schweißflecken hatte. Die Wäschereibesitzerin schaute kurz hin und sagte: „Das geht nicht weg. Das ist Todesschweiß!“
Mehr Anekdoten hier.
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