Tranquilizer Steinmeier


Der Bundespräsident hat sicher recht, wenn er an die Menschen appelliert, „mit weniger Schaum vor dem Mund“ mit einander zu reden. Inzwischen hat sich die unsachliche Art der Diskussion auch auf die „Mainstream-Medien“ ausgebreitet. Beispielsweise las ich gerade in der Bildzeitung, dass dort die neuen Abgasregeln der EU als „CO2-Irrsinn“ bezeichnet wurden.
Trotzdem muss ich dem Bundespräsidenten widersprechen. Das, was er sagt, ist so ähnlich, als wenn ein Arzt einem Krebskranken Schmerztabletten verschreibt, anstatt gegen das Krebsübel selbst vorzugehen.

Bei uns liegt so vieles im Argen, dass ich hier schon öfter vor den Folgen gewarnt habe. Darüber hätte der Bundespräsident reden sollen, denn da liegen die Ursachen für eine Radikalisierung des sozialen Klimas. Gerade hören wir wieder in den Nachrichten, dass in unserem reichen Land die Kinderarmut weiter zugenommen hat: Während vor 10 Jahren 1,79 Millionen Kinder arm waren, sind es nun schon 1,86 Millionen. Im Jahr 2005 waren es aber nur 1,51 Millionen. Kein Wunder, dass die Menschen, die oft nicht einmal mehr von ihrer Hände Arbeit leben können, aufbegehren, und zwar am meisten gegen die sich immer weiter öffnende Schere zwischen arm und reich.
Die Kanzlerin ist immer so stolz auf
die EU, weil diese Kriege verhindert. Ich fürchte, bald wird sie das zu spüren bekommen, vor dem ich sie gewarnt habe: Es könnte einmal zu Unruhen kommen, die ganz Europa ergreifen. Die gelben Westen in Frankreich brachten das Land an den Rand einer Revolution. Und es könnte durchaus sein, dass sich solche Proteste einmal auf ganz Europa ausbreiten.
Deshalb hätte der Bundespräsident die Politik
er zu einer Umkehr auffordern sollen. Sonst werden die gelben Westen und G-20-Demonstranten immer mehr und immer aggressiver. Das Beispiel Frankreich lehrt, dass die Abgehängten der heutigen Politik mit Vernunft und Diskussionen nichts erreichen. Erst das Chaos hat Macron zum Umdenken gezwungen.
„Unsere Demokratie ist immer so stark, wie wir sie machen“, sagte Steinmeier. Ich füge hinzu: „Wir machen die Demokratie kaputt, wenn wir den Graben zwischen arm und reich immer mehr vertiefen.“ Sie ist sowieso schon kaputt genug. Wenn es so weiter geht, machen die Verzweifelten das Lied wahr:
„Macht kaputt, was euch kaputt macht!“

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