Missbrauch in der Kirche: Wo bleibt die Buße?

Heute, am Donnerstag, 27. September, wollen die Bischöfe erste Konsequenzen aus der von ihnen in Auftrag gegebenen Langzeituntersuchung präsentieren, nach der es wohl in Wirklichkeit 75.000 Missbrauchsfälle gegeben hat. Dabei werden wir wohl hören, wie die Strukturen geändert werden sollen, damit in Zukunft Missbrauchsfälle vermieden werden. Was aber mit Sicherheit fehlen wird, ist die Ankündigung von echter Buße:
Normalerweise ist es ja so, das ein Christ, der gesündigt hat, dies zu bekennen und zu bereuen hat. Dies hat die Bischofskonferenz getan. Der dritte Akt, die Buße, fehlt aber – jedenfalls teilweise. Die Kirche hat zwar Geldzahlungen an etliche Opfer bezahlt. Dies geschah aber wohl auch aus Mitteln der Kirchensteuer und Spenden der Gläubigen. Sicherlich tut dieser finanzielle Verlust der Kirche sehr weh, denn wie sagte der Hl. Hieronymus: „Wir brennen wahrlich vor Geldgier:“ Aber eine echte Buße sähe doch anders aus, zum Beispiel so: Die Angehörigen eines betroffenen Ordens melden sich an ihrem freien Tag bei sozialen Diensten, um dort mit zu helfen. Die Zahlung eines Ausgleichs für einen angerichteten Schaden kann man nur als ausgleichende Gerechtigkeit sehen, nicht aber als Buße. Im normalen Rechtsleben ist es ja auch so: Wer einen anderen schlägt, muss ein Schmerzensgeld bezahlen und außerdem eine Strafe, der die christliche Buße entspricht.

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