Medizin heute: „Aba xund samma!“


Bei einer Umfrage ergab sich, dass nur 9 % der Deutschen gesund leben, dass sich aber andererseits 61 % gesund fühlen. Da fragt man sich: Wie kann das sein? Und wie geht die Entwicklung weiter? Wie sieht der „gesunde“ Mensch im Jahr 2030 aus?
Die Antwort dürfte so ausfallen: Auch der zukünftige Mensch fühlt sich gesund, denn er ist desensibilisiert gegenüber allen möglichen Allergien. Er trägt eine Brille, ein Hörgerät und ein Gebiss. Er hat künstliche Knie- und Hüftgelenke, seine Verdauung arbeitet mithilfe von Medikamenten einwandfrei. Gegen seine chronische Verstopfung nimmt er andere Tabletten. Sein Kreuz ist durch teure Bandscheibenoperationen einigermaßen stabilisiert. Die Frauen sind durch sitzende Tätigkeiten unten undicht geworden und können daher nicht mehr lachen, wenn sie ihre TENA-Lady nicht eingelegt haben. Bei den Prostata-leidenden Männern ist es umgekehrt: Soweit sie nicht operiert sind, benötigen sie Mittel, um sich ein paar Tropfen aus der Blase abquetschen zu können. Burnout ist zum Ausweis für vollen Arbeitseinsatz geworden. Weil die Rente hinten und vorne nicht reicht oder später nicht reichen wird, weil die die Sommer unerträglich heiß werden und die Welt immer unsicherer wird, leiden immer mehr Menschen an Depressionen und müssen einmal im Jahr zur Reha… Aber sie fühlen sich genau so gesund wie die Menschen heute.
Trotzdem freuen wir uns, dass wir heute leben.

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