Macht Lesen kurzsichtig?

Über dieses Thema haben Wissenschaftler der Uni Tübingen eine Studie erstellt:
http://www.medizin.uni-tuebingen.de/Presse_Aktuell/Pressemeldungen/2018_07_18-port-10011-p-299490.html

Ich bin darüber sehr enttäuscht. Auch ich habe mich ja als Nichtwissenschaftler schon mehrfach mit dem Thema befasst und meine, man soll das Phänomen Kurzsichtigkeit in einen größeren Zusammenhang stellen:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/07/03/brillentraeger-sind-gescheiter/
Wenn die Wissenschaftler die Kurzsichtigkeit am vielen Lesen fest machen, so ist das eher falsch als richtig. Gewiss besteht da ein Zusammenhang, aber das ist nur ein kleiner Teilaspekt:

Ich bin 84 Jahre alt und brauche immer noch keine Brille. Bei meinem letzten Klassentreffen stellte ich fest, dass meine ehemaligen Mitschüler nur teilweise für das Lesen der Speisekarte eine Brille brauchten. Eine ähnliche Beobachtung machte kürzlich eine alte Oma, die in einem Lokal ihren Geburtstag feierte. Sie überblickte die Schar ihrer Enkel und fragte: „Was ist los mit euch, dass ihr alle eine Brille braucht? Schaut die alten Leute hier im Lokal an: Die kommen fast alle ohne Brille aus.“
Wenn die Tübinger Wissenschaftler bei der Kurzsichtigkeit auf das Lesen abstellen, so muss ich doch darauf hinweisen, dass wir alten nicht bebrillten Menschen viel mehr gelesen haben als die heutige Jugend. Es gab nämlich noch keinen Fernseher. Ich habe unter vielem anderen sämtliche Werke von Karl May „verschlungen“.
Manche meinen, die heutige häufige Kurzsichtigkeit läge am PC oder Smartphone. Auch das kann nicht stimmen, denn auch wir Alten sitzen sehr viel am PC. Und was unseren alten Augen nicht schadet, werden wohl auch die jüngeren aushalten.
Für mich sind die Ursachen der Kurzsichtigkeit vieler heutiger Jugendlicher verschiedene:

  • Die Kinder sind zu wenig draußen und haben daher nicht lange genug in die Ferne gesehen und sich zu wenig bewegt. Viele führen ein Leben wie Behinderte.

  • Die Kinder haben nicht gelernt, richtig zu lesen. Um die Augen fit zu halten, muss man alle Viertelstunde mal in die Ferne schauen. Das wurde in unserer Jugend den Schülern eingebläut.

  • Heute essen die meisten Menschen wild durcheinander, was ihnen schmeckt. Wir mussten aber früher auf unsere Gesundheit achten, denn Penicillin, Antibiotika usw. gab es noch nicht. Wir aßen daher abwechselnd verschiedene Gemüse, von denen überliefert war, welche Wirkungen sie hatten: Das eine war gut für die Augen, das andere gut für die Knochen, wieder anderes gut für die Abwehrkräfte usw. Es hat funktioniert, denn wir Alten sind dank Hippokrates gesund geblieben. Aber dann kam die moderne Medizin und hat dieses System kaputt gemacht. Auf einmal hieß es, Spinat sei gar nicht so gut fürs Blut, weil er viel weniger Eisen enthalte als angenommen. Und die Karotten seien auch nicht so gut für die Augen, denn es gebe andere Lebensmittel mit mehr Karotin (Dabei haben die früheren Generationen überhaupt keine Ahnung vom Karotingehalt gehabt und nie behauptet, dass er ausschlaggebend für die Sehfähigkeit sei). Eine Zeit lang wurde von den Medizinern geraten, Vitamin-Tabletten zu essen, was dann aber doch schnell wieder aufgegeben wurde. Kürzlich bekam ich im Fernsehen den letzten Satz eines Ernährungswissenschaftlers mit: Man solle sich am besten so ernähren wie Oma. Vielleicht klappt‘s ja dann auch wieder mit den Augen. Meine Überzeugung auf Grund eines langen gesunden Lebens ist die:
    Einer der größten Fehler unserer Zeit ist der, dass die meisten Frauen die Jahrhunderte alten Rezepte für gesunde Ernährung aufgegeben haben und einfach nach Gusto drauf los kochen. Manche denken dabei schon auch ein bisschen über Gesundheit nach und schauen nach Omega-3-Fettsäuren oder Vitamin B12 und ähnlichem. Nur fehlt dann das Konzept von früher: Ernährung aus dem Lande je nach Jahreszeit. Darauf sind wir geeicht und das brauchen wir auch weiterhin – und nicht ständig immer wieder durcheinander ein anderes exotisches Zeug, das wer weiß was für Mengen an Vitaminen enthalten soll.

     

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