Globalisierung oder Abschottung?


Manchmal denke ich mir, dass uns nirgendwo so viel vorgelogen wird wie in der Wirtschaftspolitik. Was die angeblich so großartige Privatisierung anbetrifft, habe ich ja schon öfter darüber geschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/12/01/privatisierung-ich-bin-entsetzt/
Bei der Globalisierung und
bei dem damit verbundenen Freihandel scheint es ähnlich zu sein. Sie sind ein Krebsgeschwür des Kapitalismus. Sie ermöglichen es großen Firmen, ihre Produkte irgendwo auf der Welt herstellen zu lassen, wo es gerade am billigsten ist. Bangladesch ist dafür ein instruktives Beispiel. Die dort billig hergestellte Mode wird bei uns teuer verkauft.
Und weil es meist Länder gibt, die billiger sind als wir, dreht sich die Lohnspirale bei uns immer mehr nach unten. Wir sehen das daran, dass früher ein Mann allein seine Familie ernähren konnte und dass nun Mann und Frau arbeiten müssen, um über die Runden zu kommen. Es gibt nun als Neuigkeit unseres Wirtschaftssystems die Aufstocker, also Menschen, die von ihrer Hände Arbeit nicht mehr leben können. Sie sind auf staatliche Unterstützung angewiesen und werden immer mehr. So etwas hat es bei uns noch nie gegeben. Weil wir auf diese Weise Dumpinglöhne zahlen, sind unsere Waren billig. Das ist heute unser Trumpf, während wir früher mehr auf unsere technische Überlegenheit bauen konnten. Trump hat recht, wenn er sich über unser Lohndumping beklagt und Strafzölle einführen will.
Wir sehen: Der freie Handel ist für uns
nur so lange von Vorteil, als wir entweder bessere Produkte oder billigere anbieten können. Dann sind wir in der Lage, enorme Handelsüberschüsse zu erzielen, die auch wieder nicht gut sind, weil andere Staaten das nicht hinnehmen wollen. Aber das Blatt wendet sich: So wie u.a. unsere Bekleidungs- und Fotoindustrie kaputt gingen, könnte es auch unserer Autoindustrie ergehen. Anscheinend haben die Amis bei den Elektroautos und beim autonomen Fahren die Nase vorn. Wir werden halt immer mehr abgehängt. Bald könnten wir die Kehrseite des freien Handels zu spüren bekommen und es würde auf dann auch bei uns der Ruf nach Abschottung laut.
Unter dem freien Handel leidet zur Zeit besonders Afrika: Während wir aus der Massentierhaltung vo
m Geflügel hauptsächlich die Hähnchenbrüste essen, verkaufen wir den Rest nach Afrika und machen damit die Kleinbauern kaputt. Entsprechendes gilt für Milchpulver.
Ist es nicht ein Unsinn, dass die USA Schweinehälften nach China exportieren?
Die könnten doch die Chinesen selbst aus ihrer Landwirtschaft beziehen. Und ist es nicht auch ein Unsinn, dass die Teiglinge für unsere Semmeln aus China kommen?
Dass der Welthandel mit dem enormen Energieverbrauch schrumpfen muss, ist allein schon
zum Schutz des Klimas notwendig. Gerade hat die Weltbank errechnet, dass 143 Millionen Menschen bis 2050 durch Dürren, Missernten, Sturmfluten und steigende Meeresspiegel ihr Zuhause verlieren und fliehen müssen. Wenn die zu uns kommen, ist das sicherlich ein Nährboden für Unruhen und Nationalsozialismus. Allein schon deshalb wäre es notwendig, dass möglichst wenig, was im Lande selbst hergestellt werden kann, von außen importiert wird.
Ist Ihnen diese Folge der Globalisierung auch schon aufgefallen nämlich, dass Unternehmen wie Amazon unsere Städte ausbluten lassen? Die Geschäfte in den Innenstädten gehen kaputt, und was diese einst als Steuern in den Haushalt der Bundesrepublik zahlten, fließt nun nach Belieben von Amazon in irgendein Land, wo die Steuern extrem niedrig sind.
Wie dünn die Argumente der Verfechter des freien Handels sind, sah ich im ZDF, wo eine Sendung kam mit dem Titel: „Spiel ohne Grenzen: Die
Lüge vom freien Handel“. Dort hieß es, früher einmal habe es eine Abschottung gegeben mit zwei üblen Folgen: Der Welthandel sei stark geschrumpft und habe dadurch den Nationalsozialismus ermöglicht. Wie gesagt ist die Schrumpfung des Welthandels kein Übel, sondern eine Notwendigkeit, die keineswegs zu einem Anwachsen der Nazis führen muss.
Wir brauchen sowieso eine Rückkehr zur Bescheidenheit, weil wir so wie bisher nicht weiter leben können:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/01/14/wie-haben-wir-damals-so-leben-koennen/

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