So schreibt man einen Krimi


Hängen Sie nicht faul herum: Schreiben Sie einen Krimi! Wie Sie aus dem Fernsehprogramm ersehen können, haben die Sender einen gewaltigen Bedarf an Morden aller Art.
Ihren Krimi beginnen Sie wie üblich mit einer Leiche (männlich oder weiblich), die möglichst von einer Frau entdeckt wird, denn ihr Aufschrei wirkt telegener.
Dann erscheint die Kripo mit Gerichtsarzt, der kurz feststellt: „Der Tote wurde erstochen (
bzw.: erschlagen, erschossen, vergiftet). „Näheres nach der Obduktion.“
Die Ermittler hecheln dann die Verdächtigen durch. Als solche kommen in Betracht:
betrogener Ehemann,
verlassener Liebhaber,
Drogendealer,
Mörder, der einen Zeugen beseitigen wollte,
Konkrrent
usw.
Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Wichtig ist, dass die Hauptverdächtigen nicht die Täter sind, sondern der
Mörder erscheint erst am Schluss quasi als „Deus ex machina“ nach dem Motto: „Der Mörder ist immer der Gärtner.“
Sie müssen einige Regeln für die Handlung beachten: Der Täter darf kein Jude, Flüchtling oder Schwuler sein, denn das wäre Antisemitismus, Rassismus oder Homophobie. Etwas Auffrischung der Handlung durch Sex tut gut. Dabei ist zu beachten, dass die Frau nicht zum Sexobjekt degradiert wird, sondern am besten oben liegt – dann gibt es keine böse Kritik von Frauen.
Besser als eine ermittelnde Mordkommision ist ein alter Privatdetektiv (kann auch eine Frau sein), der gescheiter ist und die Beamten alt aussehen lässt.
Die Ermittler sollten auf jeden Fall unverheiratet oder geschieden sein, denn ihr Job lässt ihnen keine Zeit für die Ehe.
Wählen Sie für Ihren Krimi ein Markenzeichen: Entweder Ihr Pseudonym oder den Namen Ihres Detektivs oder eines zugkräftigen Ortes, also etwa so: „
Rasting-Krimi: Tod in der Wolfsschlucht“.
Wenn Ihr Krimi verfilmt wird, achten Sie darauf, dass alles in Grautönen aufgenommen wird, dass die Beamten mit grantigem Gesicht oder mit bedeutungsvoller Miene herum laufen.
Möglichst grausige Fotos von der Leiche bringen Realitätsnähe in den Film.
Humor ist Gift für die Spannung!
Und nun: Viel Erfolg mit Ihrem Krimi!

Ein Kommentar zu „So schreibt man einen Krimi

  1. Am besten lässt man einen Mann, der als Dorfdepp verschrieen ist und von allen unterschätzt wird, mit seiner indischen Laufente ermitteln – der kommt einer Riesenverschwörung auf die Schliche. Geschrieben hat das aber Thomas Krüger, und nicht ich,

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