Wie wir ständig betrogen werden


Wenn man so alt ist wie ich, überblickt man Entwicklungen, die andere nicht sehen: Ich sehe beispielsweise einen ständigen Abwärtstrend, obwohl
doch immer vom Aufschwung die Rede ist: Als ich im Jahr 1965 heiratete, konnte ein normaler Bürger so viel verdienen, dass er die finanziellen Grundbedürfnisse seiner Familie allein befriedigen konnte. Ich wohnte damals mit meiner Familie in München und konnte mir eine Wohnung im Stadtgebiet leisten. Im Urlaub fuhren wir an die Ostsee. Damit waren wir vollauf zufrieden. Heute muss auch die Frau mit arbeiten, damit eine Familie so leben kann wie wir damals, und ihr wird eingeredet, Frauen, die als Hausfrauen zu Hause bleiben, seien eben „Gluckenmütter“ bzw. „Heimchen am Herd“. Der Aufschwung hat der Familie von heute allerdings den Vorteil verschafft, dass Fliegen inzwischen so billig geworden ist, dass ein Urlaub im Ausland auch nicht teurer ist als einer an der Ostsee. Aber was ist das schon gegen die Verschlechterung der sonstigen Verhältnisse? Ein Troistpflaster – mehr nicht.
Seit 1980 sind die inflationsbereinigten Nettolöhne und Renten in Deutschland um etwa 15 % gesunken. Und dass, obwohl die Produktivität sich nahezu verdoppelte.
http://www.das-kapital.eu/lohnentwicklung.html
Jetzt denken Sie mal nach, wer die immensen Gewinne alle abgeschöpft hat!
Was die Nettolöhne anbetrifft, so wird dabei übrigens gewaltig gemogelt, so dass ein völlig falsches Bild entsteht: Der Nettolohn wird unter Zugrundelegung der Inflation berechnet. Doch wird bei der Berechnung der Inflation die Deutschen systematisch betrogen, so dass kein zuverlässiges Bild entsteht. Wir hören häufig von den Politikern, das, was wir als starke Inflation empfinden, sei nur die „gefühlte Inflation“. Die tatsächliche sei aber gar nicht so schlimm.
Vertrauen Sie aber lieber Ihren Gefühlen:

https://autorenseite.wordpress.com/2012/05/02/toller-trick-rechnen-politiker-inflation-herunter-13611132/
Wie falsch die offizielle Inflationsberechnung ist, sehen Sie an der heutigen Situation auf dem Wohnungsmarkt: Wenn sich die Leute ein Wohnen in der Stadt nicht mehr leisten können und in die Umgebung ziehen, dann geben sie nicht mehr für die Miete aus als früher. Bei der Berechnung der Inflation wirkt sich also die gewaltige Mietpreissteigerung kaum aus.
Oder wenn die Heizölpreise steigen, heizen die Leute weniger oder benutzen den Kachelofen. Die volle Wucht der Preiserhöhung kommt also in der Inflationsstatistik nicht zum Ausdruck. So gäbe es noch viele Einwände gegen das, was uns da immer vorgerechnet wird. Lassen Sie sich nichts vormachen! Es geht ständig bergab, und wenn Sie einmal Rentner sind, werden auch Sie es merken.

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