Deutschland stürzt ab (II)

Als die Chinesen die deutschen Werften bedrängten, meinte ich, dass einmal der chinesische Kuli das Lohnniveau bei uns bestimmen würde. Aber inzwischen haben uns stattdessen die Chinesen überholt: Sie haben nun mehr Spitzenuniversitäten und mehr Spitzenunternehmen als wir und werden so auch mehr Wohlstand erreichen als wir:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/01/03/deutschland-stuerzt-ab/
Der entscheidende Unterschied zwischen Deutschland und China ist: Bei den Chinesen geht es gewaltig nach oben, während wir nur die Scheinblüte eines Aufschwungs zu verzeichnen haben. Es geht in Wahrheit bergab.
Die Branche, an der unser Wohlstand hängt, nämlich die Autoindustrie, droht abzustürzen. Sogar die Kanzlerin sieht schwarz:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/angela-merkel-sieht-schwarz-fuer-deutsche-autoindustrie-a-1156453.html
Unsere verhätschelte Autoindustrie wacht jetzt erst langsam auf und reibt sich verwundert die Augen über das, was andernorts geschieht. Auf einmal hat eine bis dahin unbekannte Firma, nämlich Tesla, Hunderttausende von Vorbestellungen für ein Auto, das bei uns erst auf den Markt kommen soll. Beim autonomen Auto (ohne Fahrer) haben die Amis die Nase vorn. Vielleicht haben die Menschen bald kein eigenes Auto mehr, sondern lassen sich im Bedarfsfall ein autonomes Fahrzeug kommen. Es stehen so viele Veränderungen bevor, denen unsere Industrie nicht gewachsen zu sein scheint. Unsere Autohersteller verkaufen zur Zeit jedes dritte Fahrzeug in China. Es wird mit Sicherheit eines Tages so weit kommen, dass die Chinesen ihren Markt dadurch abschotten, dass sie die Einhaltung von Mindeststandards für die Zulassung Autos verlangen, die unsere Erzeugnisse nicht erfüllen.
Bei uns wird ja immer behauptet, dass die freie Wirtschaft viel bessere Leistungen erbringen kann als staatliche Unternehmen. China zeigt, dass diese These völlig falsch ist.
Was die Chinesen uns voraus haben, ist, dass sie die fernere Zukunft im Blick haben. Sie haben sich nicht nur gewaltige landwirtschaftliche Flächen in Afrika und Südamerika gesichert, um ihre Bevölkerung auch in Zukunft ernähren zu können. Sie haben insbesondere auch in anderen Ländern Schürfrechte für die Rohstoffe erworben, die knapp werden.
Wir werden eines Tages ganz dumm da stehen, wenn wir zwar gute E-Autos bauen können, aber die Rohstoffe, die beispielsweise für die Herstellung von Batterien gebraucht werden, nicht oder nur überteuert einkaufen können. Dann werden wir anerkennen müssen, dass die Chinesen gescheiter waren wie wir.
Einen Paukenschlag der Chinesen haben wir soeben erlebt: Gerade wird eine Rheinbrücke gebaut und der benötigte Stahl wird aus China importiert, obwohl doch unsere eigene Stahlindustrie zu unseren Vorzeigebetrieben gehört. Da können doch tatsächlich die Chinesen billiger liefern, obwohl das schwere Material um die halbe Welt transportiert werden muss.
Man sieht hier die üblen Folgen einer Globalisierung: Warum muss die Brücke weltweit ausgeschrieben werden anstatt nur innerhalb der EU? Wenn das nicht anders geht: Warum kann man in den Ausschreibungskriterien nicht festlegen, das bestimmte Umweltbedingungen eingehalten werden müssen?

 


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