Die Globalisierungslüge

Zwei große Schlagworte beherrschen unsere Wirtschaft: Globalisierung und Privatisierung. In meinen Augen sind das Lügengebilde von einer Größe, wie wir sie nur im Dritten Reich erlebt haben. Was die Privatisierung angeht, habe ich mich dazu schon öfter geäußert:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/12/01/privatisierung-ich-bin-entsetzt/
Bei der Globalisierung scheint es ähnlich zu sein: Sie wird uns immer als das große Wundermittel angepriesen, aber sie hat dazu geführt, das Afrika ausgeplündert wurde und sie ist auch eine der Ursachen für die Flüchtlingswelle.
Hier nur drei Beispiele, wie die afrikanische Wirtschaft „globalisiert“ wurde:
> Die Meere um den Kontinent wurden von hochtechnisierten europäischen Fischdampfern leer gefischt, so dass sich Somalis berechtigt fühlten, Piraterie zu betreiben.
> Lebensmittelabfälle aus Europa machen die einheimische Landwirtschaft kaputt: Hähnchenkeulen, Milchpulver …
> Kleidung aus europäischen Kleidersammlungen wird in Afrika verkauft,
so dass die dortige Bekleidungsindustrie dagegen nicht ankommt.
Der erste aus den Industrienationen, der sich gegen die Globalisierung auflehnt, ist Trump mit seinem „America first!“ Man kann gegen Trump sagen, was man will, aber von Wirtschaft versteht er was, wie sein Reichtum belegt. Er hat recht, wenn er behauptet, dass wir Deutschen mit Dumpingpreisen unsere Waren in den USA verkaufen. Man braucht ja nur unsere vielen prekären Arbeitsverhältnisse anzuschauen, um ihn zu verstehen: Es geht doch nicht an, dass wir unsere Arbeiter schlechter denn je bezahlen, dass viele nicht einmal von ihrer Hände Arbeit leben können. Auf diese Weise subventionieren wir die Exporte in die USA. Die Globalisierung geht also insoweit zu Lasten der deutschen Arbeiter.
Orban hat es auch gerade deutlich ausgesprochen, wie es sich mit der Globalisierung verhält: Ihm wird ja immer vorgeworfen, dass er Geld von der EU kassiert, aber im Gegenzug keine Flüchtlinge aufnimmt. Er hat darauf hingewiesen, dass sein Land die Gelder von der EU erhält als Entgelt für die Öffnung der Märkte. Die Globalisierung ist also für Ungarn ein Nachteil, der mit Geld ausgeglichen werden muss.
Was für ein Vorteil soll denn auch die Globalisierung sein: Wenn ein Kugellagerwerk in China bestreikt wird, liegt fast die gesamte Autoindustrie der Welt lahm. Und die Globalisierung führt zu einer gigantischen Energieverschwendung: Was wird nicht alles um die halbe Welt transportiert, bevor es bei uns auf den Markt kommt: Autos, Fernseher …(Die Teile eines Autos haben bis zu ihrem Zusammenbau eine größere Strecke zurück gelegt, als sie nachher als verkauftes Fahrzeug jemals erreichen werden). Sogar die Teiglinge für unsere Frühstückssemmeln werden aus China eingeflogen. So rückt der Tag, an dem die Welt erschöpft sein wird („Welterschöpfungstag“), immer näher. Eine voraus schauende Politik hätte längst etwas dagegen getan, aber man denkt in den Parteien nur bis zur nächsten Wahl.
Mein Berufsleben hat sich früher im wesentlichen ohne größere Globalisierung abgespielt. Wir kamen damals mit den Ressourcen aus, die sich regenerieren konnten. Wir konnten uns das Leben in der Münchner Innenstadt leisten und ein Normalverdiener (z.B.: Facharbeiter) konnte eine gesamte Familie ernähren, ohne dass die Frau mitarbeiten musste. Was also soll dann der Vorteil der Globalisierung sein? Gewiss:
Ich übersehe nicht, dass sich heute auch viele Normalverdiener etwas leisten können, was bei uns nicht drin war: Flüge in alle Welt. Aber aus meiner Sicht kommt mir das immer so vor wie  ein Bonbon, das man einem traurigen Kind als Trost in den Mund schiebt. Man muss halt den Menschen, die in gesichtslosen Stadtrandsilos wohnen und täglich eine stressige Fahrt zur Arbeit überstehen müssen, etwas zum Ausgleich bieten: einen Pauschalflug.

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