Wie geht’s euren Kindern?

Wenn man Bekannte oder Verwandte trifft, ist es üblich zu fragen: „Wie geht’s?“ Da will man natürlich keinen unerträglich langen Bericht über die allgemeine Gesundheitssituation hören, sondern es genügt (mindestens in Bayern) ein kurzes: „Passt!“ oder: „“Geht scho!“ oder: „Nimmer so oft wie früher!“
Und die nächste Frage lautet in der Regel indiskreterweise bei vielen: „Und was machen die Kinder?“ Meine Frau ist zwar nicht abergläubisch, aber sie hält es mit den Japanern, die – wie man hört – keinesfalls zu positiv antworten, um die Götter nicht neidisch zu machen. Die Japaner sollen in der Regel dem Sinne nach antworten: „Schlechter Reis, schlechter Reis!“ Nicht, dass meine Frau unsere Kinder nun schlecht machen würde, aber ihre Antwort läuft halt auf ein schlichtes „zufriedenstellend“ hinaus. Für andere ist es nämlich schwer, mit ansehen zu müssen, dass das, was bei ihren Kindern nicht funktioniert, anderswo besser läuft.
Eine Frau aus unserem Blickfeld schien ein Wunderkind zu haben: Ihr Sohn hatte in seinem Zeugnis lauter Einser. Nur im Turnen war er ein Versager. Die schlechte Note im Turnen konnte die gute Mutter dadurch aus dem Notenschnitt heraus halten, dass sie ihren Sohn wegen eines angeblichen Leidens vom Turnunterricht befreien ließ. So hatte er also schließlich auch ein glattes Einser-Abitur. Sie hatte immer eine Ablichtung des Zeugnisses dabei, um es stolz herzuzeigen. Das war aber auch seine letzte berichtenswerte Leistung. Was er dann machte, war undurchsichtig. Seine Mutter antwortete auf Fragen: „Der braucht nicht zu arbeiten. Der lässt sein Geld arbeiten.“ Wie man daraus ersieht, ist die Familie stinkreich.
Was mich nun veranlasst hat, hierüber zu schreiben, ist der Wahnsinn in unserem Abgabensystem:
Wer hart arbeitet, muss Sozialabgaben bezahlen. Wer sich aber zu fein für die Arbeit ist und stattdessen sein Geld arbeiten lässt, zahlt insoweit nichts und auch bei den Steuern fährt er günstiger.
Und was hören wir zu dieser Situation aus Kreisen der CDU/CSU? „Man kann doch nicht die Leistungsträger stärker besteuern!“ Und: man will keine „Neiddebatte“. So gesehen bin und bleibe ich ein „Neidhammel“ – nicht wirklich, denn Neid ist mir fremd. Aber ich bin für Gerechtigkeit, besonders wegen meiner Tochter. Sie ist Bereiterin und wohl wenige Menschen arbeiten so hart wie sie als Bereiterin. Aber sie ist glücklich dabei, wie man auf obigem Bild sieht. Ein solches Glück wird jemand, der sein Geld für sich arbeiten lässt wohl kaum finden:
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4 Kommentare zu „Wie geht’s euren Kindern?

  1. Die Neiddebatte:

    Jene Personen, die ein Einkommen aus Lohnarbeit oder Rente bekommen, blicken neidisch auf die Vermögenden, die wenig Steuern zahlen.

    Ich schweife vom Thema ab:

    Die wirklich Vermögenden erzielen ihren Vermögenszuwachs durch Wertsteigerung ihrer Beteiligungen = Aktien – und Immobilien – diese werden in guten Zeiten teurer.

    Dieser Vermögenszuwachs ist kein Einkommen im engeren Sinne, somit fällt es nicht unter die Pflicht, ein Einkommen zu versteuern!

    Allerdings zahlen diese Vermögenden auch Steuern, wenn sie eine Dividende aus den Aktien beziehen. Das sind so ungefähr 25 % bis 27 % oder mehr, je nach Staat. Sie zahlen die Steuer beim Verkauf von Aktien, wobei der Wertzuwachs ab Verkauf als Basis genommen wird.

    Mir ist schon klar, dass die wirklich Stinkreichen zu wenig Steuern zahlen, je reicher – desto weniger Steuern. Diese Leute sind gefinkelt und haben einen guten Steuerberater. Sie haben ihr Finanzvermögen in der Karibik gebunkert. Das ist eine Briefkastenfirma oder ein Bankkonto bei deren Lieblingsbank. Dieses Geld ist in Europa und in den USA,.. investiert. Der Vermögende scheint aber nicht als Besitzer dieser Aktien auf – der Besitz ist verschleiert.

    Deshalbe wird in späteren Zeiten eine Vermögenssteuer in der Höhe von 1 % der Substanz kommen. Und die Steueroasen in der Karibik müssen sie austrocknen. Das wird aber zu Zeiten des Trump nicht passieren!

      1. Einige besonders reiche Deutsche haben ihr Domizil in Österreich, da sind VW-Aktien-Besitzer dabei. Sie haben großen Landbesitz irgendwo in Österreich (Salzburg?).
        Die österreichischen Steuergesetze sind einladend für sehr reiche Personen. Die Erbschaftssteuer ist abgeschafft, Vermögenssteuer gibt es nicht, die Zinsertragssteuer KEST ist im grünen Bereich.

        Davon profitiert der Österreichische Staat. Die wirklich reichen Leute geben viel Geld in Österreich aus, und sie investieren. Ich schätze, dass diese Leute dazu beitragen, dass Österreich bei den Kennzahlen relativ gut da_steht. Der breiten Masse der Bevölkerung geht es nicht so gut. Die untere Häfte der Vermögenspyramide hat so gut wie kein Vermögen; deren Schulden übersteigen deren Vermögen/Ersparnisse/Rücklagen.

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