Muffensausen bei den etablierten Parteien


Noch nie wurde so nachdrücklich in allen Medien für die Wahl geworben wie jetzt. Im Grunde genommen ist dies eine verkappte Werbung für die beiden großen „Volks“-Parteien. Denn für die CDU/CSU-Wähler ist die Wahl praktisch gelaufen. Man weiß ja: Merkel gewinnt. Warum, so fragen sich also etliche ihrer Anhänger, soll ich da noch wählen gehen?
Nicht viel anders sieht es bei den Sozis aus: Ihnen ist der zweite Platz bei der Wahl sicher – ob mit ein paar Prozent mehr oder weniger, spielt keine große Rolle. So sehen es jedenfalls viele Genossen und meinen daher, dass sie sich auch am Sonntag den Gang zur Urne ersparen können. Und noch ein Gesichtspunkt spielt bei der SPD eine Rolle: Wer wählt schon gern Verlierer?
Motiviert sind dagegen die Wähler der kleineren Parteien: Schließlich müssen die über die 5%-Hürde kommen.
Besonders motiviert sind natürlich die Wähler der AfD: Ein großer Teil besteht aus Protestwählern und die wollen natürlich ihren Protest auch bei der Wahl zum Ausdruck bringen. Und nachdem alle arrivierten Parteien mit großer Vehemenz gegen die AfD schießen, ist das natürlich zusätzlich ein Anstoß für die Anhänger dieser Partei, am Sonntag nicht daheim zu bleiben. So wird es wohl bei den alten Parteien ein böses Erwachen geben. Sie haben einen großen Fehler gemacht: Sie haben die AfD als Nazi-Partei hingestellt und beziehen sich vor allem auf Äußerungen Höckes. Gegen den ist aber deswegen ein Parteiausschlussverfahren gelaufen. Man beurteilt ja auch die SPD nicht nach einzelnen Mitgliedern, denen Ferkeleien vorgeworfen werden, sonst wäre sie die Kinderporno-Partei, nachdem nun der 3. Genosse wegen solcher Delikte vor Gericht steht.
Wenn man die AfD als Nazipartei hinstellt, hat dies zur Folge, dass das Ausland beunruhigt mit Fingern auf uns zeigt und sagen wird: Da sind sie wieder, die alten Nazis. Besser wäre es gewesen, die AfD als Partei im Selbstfindungsprozess hinzustellen und ihre Gefahr in der Unsicherheit zu sehen, wohin sie sich entwickelt.
Schlimm ist, dass die großen Parteien sich mit Promis brüsten, die hinter ihnen stehen. Ja, halten sie ihre Wähler für so blöd, dass sie sich bei der Stimmabgabe von einem Fußballer beeinflussen lassen? Vielleicht haben sie aber damit nicht ganz Unrecht.

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