Lebensgefahr als Freizeiterlebnis

Es ist unglaublich, dass immer wieder Menschen überflüssigerweise bei Unwettern ums Leben kommen oder verletzt werden: Gerade mussten beim Chiemsee Summer Festival knapp 50 Personen behandelt werden, darunter auch viele, die nur eine psychische Betreuung (Krisenintervention) benötigten. Ernsthafter verletzt und in einem Krankenhaus aufgenommen wurden 10 Personen. Das ist noch glimpflich ausgegangen. In Österreich wurden in der selben Nacht beim Einsturz eines Festzelts zwei Menschen getötet.

Wie leichtfertig mit der Gesundheit umgegangen wird, habe ich auch in diesem Beitrag beschrieben: https://autorenseite.wordpress.com/2016/09/05/oesterreich-todesangst-als-urlaubserlebnis/

Ich selbst bin auch schon durch Stürme in üble Situationen gekommen: Zweimal blieb die Seilbahn stehen, weil die Kabinen vor der Station infolge eines Orkans quer standen. Da war ich froh, dass ich einen Biwaksack dabei hatte und nicht wie andere ins Krankenhaus musste. Ein anderes mal war ich im Sessellift unterwegs, als ein Sturm Bäume auf das Drahtseil der Bahn warf.
All diesen Gefahren ist eines gemeinsam: Man konnte sie voraus sehen. Nur selten kommt ein Unwetter aus heiterem Himmel. Meist wütet es schon anderswo. Beispielsweise brauchte das Unwetter, das über das Chiemsee Summer Festival herein brach, ca. 1 Stunde, um von München aus zu uns zu kommen.Warum warnt keiner rechtzeitig und sorgt vor. Leicht hätte es ja auch am Chiemsee Tote geben können.
Nun werden manche darauf hinweisen, dass der Wetterdienst doch eine Unwetterwarnung herausgegeben hat. Ja sicher, aber die wird halt nicht ernst genommen. Die Wetterfrösche sind vorsichtig und warnen lieber zu viel als zu wenig. Daher ist es mit solchen Warnungen so ähnlich wie in der Fabel von Äsop, in der ein Hirtenjunge spaßeshalber ruft: „Der Wolf kommt!“
Das Innenministerium müsste daher mit den Landratsämtern besser vernetzt sein und Gefahrenmeldungen zum Anlass nehmen, Open-Air-Veranstaltungen, Liftanlagen oder Festzelte rechtzeitig zu schließen.

Ein Kommentar zu „Lebensgefahr als Freizeiterlebnis

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