Es geht weiter bergab mit uns

Wenn Sie auf dieser Seite nach „bergab“ googeln, werden Sie viele aufschlussreiche Beiträge finden. Manchmal vollzieht sich allerdings der Abstieg so, dass er praktisch nicht als Einkommensverlust erfasst wird. Da die Wohnungen in verschiedenen Städten für die Normalbürger unerschwinglich teuer geworden sind, pendeln 60% der Arbeitnehmer aus dem Umland in die Städte. Die Zahl der Pendler wird immer größer und die durchschnittlichen Pendel-Entfernungen werden immer länger. So betrug die Länge des einfachen Arbeitswegs im vergangenen Jahr im Schnitt 16,91 Kilometer, im Jahr davor waren es 16,76, 1999 nur 14,59 Kilometer.
Wer pendeln muss, hat weniger Geld zur Verfügung. Aber dieser Einkommensverlust wird nicht richtig statistisch erfasst: Weil die Arbeitnehmer immer weiter hinaus ziehen müssen, um billiger wohnen zu können, steigen ihre Ausgaben für die Miete statistisch gesehen nur wenig. Und dass sie mehr Auto fahren müssen, läuft in der Statistik unter Privatvergnügen.
Tatsächlich ist aber jeder Kilometer, der auf dem Weg zur Arbeitsstelle gefahren werden muss, mit mehr Ausgaben verbunden. Und je mehr gefahren werden muss, um so mehr Staus bilden sich und die kosten mehr Lebenszeit und das ist gravierender als die damit verbundenen Mehrausgaben.
Am schlimmsten an der derzeitigen Lage aber ist, dass die Alten aus ihrem gewohnten Umfeld vertrieben werden, weil sie sich die Wohnung, in der sie fast ihr ganzes Leben verbracht haben, nicht mehr leisten können. Auch diese armen Menschen sind im Grunde genommen Flüchtlinge – wenn auch im eigenen Land.

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Ein Gedanke zu “Es geht weiter bergab mit uns

  1. „Flüchtlinge im eigenen Land“ das ist sauber geschrieben und formuliert. Die immer wiederkehrende Frage: Warum wehrt sich nur ein kleiner Teil gegen diese Erscheinungen? Das ein Rentner, sofern er arbeitete, sich die Wohnung nicht mehr leisten kann ist nicht ok.

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