Schlafstörungen inzwischen normal?

Fußball

Ein Mensch mit zu wenig Schlaf ist wie ein Fußball mit zu wenig Luft.
H. Pöll

Nach einer im März vorgestellten DAK-Studie berichteten bundesweit etwa 80 Prozent der Erwerbstätigen von Schlafproblemen. Fast die Hälfte gab an, bei der Arbeit müde zu sein. Allerdings schlafen die Erwerbstätigen in Bayern – wie könnte es auch anders sein – immer noch besser als im Bundesschnitt.
Folgen seien Müdigkeit und Unkonzentriertheit bei der Arbeit sowie eine höhere Zahl von Fehltagen. Zudem steige die Gefahr von Medikamentenmissbrauch.
Hinzu zu fügen ist der Studie noch, dass besonderes die Unfallgefahr bei Kraftfahrern steigt.
http://www.heimatzeitung.de/nachrichten/bayern/2494009_DAK-Studie-zu-Schlaflosigkeit-Bayern-ist-erschoepft.html

Das alles muss nicht sein:
Ich bin ein alter Bergsteiger und habe die Regel, die früher auf den Berghütten eisern eingehalten wurde, verinnerlicht: „Ab 22.00 Uhr ist Hüttenruhe!“ Der Grundsatz ist mir zur Lebensregel geworden. Ich gehe normalerweise um 22.00 Uhr ins Bett und lese dann noch ein wenig. Natürlich gibt es Ausnahmen: Einladungen, Theater- oder Opernbesuche, Tanz usw. Aber keine Fernsehsendung und kein normales Fußballspiel sind es mir wert, mich bis nach 22.00 Uhr vor den Fernseher zu setzen. Ganz wenige interessante Sendungen, die spät gesendet werden, nehme ich auf.
„Wie langweilig!“ werden viele Jüngere sagen, die erst nach Mitternacht in die Disco gehen. Wieso eigentlich?
Ich frage hier nun: Warum müssen Fußballspiele heutzutage immer erst um 20.45 Uhr beginnen, statt um 20.15 Uhr oder besser noch um 18.00 Uhr? Sind wir schon so sehr in den Händen der Werbeindustrie, dass man mehr auf diese als auf uns Rücksicht nimmt?
Kürzlich hörte ich eine Sendung im Radio, bei der die Beteiligten zunächst darüber sprachen, dass sie alle ganz kleine Augen hätten, weil sie noch müde seien vom Anschauen des letzten Fußballspiels.
Da frage ich mich doch: Warum führen immer mehr Menschen ein Leben gegen ihre innere Uhr? Und dann wundern sie sich und können sich nicht erklären, warum sie schon in jüngerem Alter „out-geburnt“ sind.
Dass die Deutschen immer mehr an Schlafstörungen leiden, wundert mich nicht, weil sie ihren Körper nicht an einen bestimmten Rythmus von Schlaf und Wach-Sein gewöhnt haben.
Neulich war meine Enkelin auf der Weihnachtsfeier ihres Sport-Clubs. Beginn war 23.30 Uhr, Ende 5.00 Uhr. Ich habe sie gefragt, warum man nicht um 20.00 Uhr beginnt. Sie konnte mir das auch nicht erklären. Ich erzählte ihr, dass wir früher in Schwabing um 20.00 Uhr zum Tanzen gegangen sind und damals hatte man gerade um diese Zeit noch kurz Platz genug zum Tanzen, aber dann war die Bude bumsvoll.

Ein Kommentar zu „Schlafstörungen inzwischen normal?

  1. Das finde ich auch: Als ich noch in Clubs/Diskos gegangen bin, hat es mich ziemlich genervt, dass es da sogar erst nach 0 Uhr los ging. Aber man wollte halt daheim „vorglühen“, wo die Getränke günstiger sind.
    Ich habe mich übrigens mit meinen polyphasischen Schlafexperimenten von Schlafproblemen verabschieden können. „Aber das ist eine andere Geschichte und soll zu einer anderen Zeit erzählt werden“ oder so ähnlich.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.