Zum 90. Geburtstag des Papstes

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Papst Benedikt wird gerade 90 Jahre alt. Aus diesem Anlass bringt das Bayerische Fernsehen im Hauptabendprogramm einen Film. Ich werde mir den Film nicht ansehen, weil ich nicht erwarte, dass ich dabei etwas Neues erfahre.

Ich wage aber eine Prognose über das, was wir nicht erfahren werden: Der Papst wurde ja in jungen Jahren zur Wehrmacht eingezogen und war als Flakhelfer tätig. Wenn wir lesen, was über diesen Abschnitt seines Lebens berichtet wird, so erscheint die Einberufung zur Wehrmacht als unabwendbares Schicksal. Was wir gerne wissen würden, wäre dies: Was hat der Papst damals gedacht? Hat er wie die meisten Deutschen gemeint, sein Vaterland verteidigen zu müssen? Oder hat er wie seine Konkurrenz, nämlich die Bibelforscher, erwogen, den Kriegsdienst zu verweigern?
Es wäre wichtig, wenn sich der Papst einmal dazu äußern würde, damit die Welt erfährt, in welcher Situation sich die deutschen Christen damals befunden haben.
Was wir aber wohl im Film auch wieder lang und breit hören werden, ist ein Bericht darüber, dass der Papst unter Lebensgefahr die Truppe verlassen hat. Sicherlich war die Fahnenflucht ein todeswürdiges Verbrechen, aber als der Krieg verloren war, hat sich die Wehrmacht trotzdem einfach aufgelöst und der Papst hat auch nichts anderes getan als die meisten anderen auch. Es besteht also kein Grund, ihn nachträglich zum Widerständler empor zu stilisieren.

 

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