Der Papst und der Teufel

Papst
Eigentlich ist es schon merkwürdig, dass Papst Franziskus bei den Nichtkatholiken mehr Zustimmung findet als bei seinen eigenen Gläubigen. In Rom wurden sogar Wutplakate gegen ihn aufgehängt. Womit hat er es verdient, dass er in seiner eigenen Kirche weniger akzeptiert wird? Im Focus vom 5.2.17 lesen Sie gerade eine Zusammenstellung darüber, womit der Papst sich in die Nesseln gesetzt hat.
Interessant ist für mich, wie das schlichte Volk den Papst sieht. Die Menschen sind ja so leicht zu beeinflussen. So hörte ich einmal, wie sich Leute, die gerade aus der Sonntagsmesse kamen, über den Papst unterhielten. Jemand meinte sogar, dass der Teufel Macht über den Papst gewonnen habe. Und ein offenbar Erzkonservativer verstieg sich sogar zu der Behauptung: „Ja, der Papst ist der Teufel!“
Mich erinnert die Katholische Kirche zur Zeit an einen Ausspruch des früheren Bundeskanzlers Schröder. Er war es, wenn ich mich recht erinnere, der in etwa sagte: „Der Staat ist so ähnlich wie ein großer Tanker. Der kann nur ganz allmählich seine Richtung ändern.“
Die durch Dogmen und willkürlich verfestigte Bibelauslegung fixierte Katholische Kirche hat nur eine geringe Möglichkeit zur Richtungsänderung von oben. Aber von unten hat der Umbruch längst eingesetzt: Die Katholiken glauben, was sie wollen: Nur wenige glauben beispielsweise an die leibliche Himmelfahrt Mariens, die Jungfrauengeburt…
Und was die Moral angeht, machen die Menschen, was sie wollen: Sie leben ohne kirchlichen Segen zusammen, was nach der Bibel Hurerei wäre, wogegen aber kaum ein Priester etwas zu sagen wagt. Oder: Die Frauen nehmen die Pille, die ihnen die Kirche verbietet.
Manchmal hat man den Eindruck, als führe der Vatikan ein abgehobenes Eigenleben. Papst Franziskus hat versucht, dem Vatikan über mehr Menschlichkeit etwas mehr Bodenhaftung zu geben. Aber das ist ein hartes Brot. Mir tut er leid, und es wundert mich nicht, dass er von Rücktritt spricht.

Ein Kommentar zu „Der Papst und der Teufel

  1. Guten Tag

    Diese Meinung habe ich schon öfters gehört, indessen haben schöne, auch andere Worte aus dem Mund des Vaters der Fürsten und Könige, seines Lehramtes, des Stellvertreter Gottes, wenig mit der Würde aller Menschen zu tun.

    z.B: Die Todesstrafe sei keine Sünde.

    Gott ist in uns
    nicht in den Worten
    den Schriften
    der anderen
    da draussen

    Herzliche Grüsse
    Hans Gamma

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