Der Papst tut mir leid

Papst

Abschied des Papstes?

Es hat mich gerührt, als der Papst einmal berichtete, er würde Gott um viel Humor bitten. Den braucht er auch im Vatikan, denn dort hat er kein leichtes Leben. So wirkte seine Bitte um Humor auf mich wie ein Hilfeschrei. Aus der Vatikanperspektive gesehen „menschelt“ er halt zu sehr. Und deshalb geht das Gerücht um, es finde eine Palastrevolution gegen ihn statt: Er werde zum Rücktritt gedrängt. Er selbst sagte nun in einem Interview, Gott habe ihn nur für eine kurze Zeit eingesetzt. Und er schloss dabei auch einen Rücktritt nicht aus. Das wäre sehr schade.
Was mich an der Katholischen Kirche immer wundert, ist die Tatsache, dass sie sich in vieler Hinsicht nicht an die Bibel hält, sich aber andererseits an manche Worte Jesu festklammert, die vielleicht aus der damaligen Zeit heraus verständlich sind.
Ein paar Beispiele, wie sich die Kirche über die Bibel hinwegsetzt:
Es beginnt schon bei den 10 Geboten. Das 2. Gebot (Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, …) wird nur von den Moslems beachtet.
Gottes Befehl „Seid fruchtbar und mehret euch“ wird durch den Zölibat zur Befehlsverweigerung.
Jesus hat die Jünger mit folgenden Worten in die Welt hinaus geschickt: „Nehmt nichts mit auf die Reise weder Wanderstab noch Tasche, weder Essen noch Geld, nicht einmal ein zweites Hemd.“ Und heute ist die Kirche unermesslich reich.
Wie sehr haben Petrus und Paulus gegen Schmuck und Haartracht der Frauen gewettert. Paulus hat den Frauen sogar verboten, in der Gemeinde zu sprechen. Und heute?
Man kann also sagen, die Kirche hat sich weit von der Bibel entfernt.
Und die Gläubigen ihrerseits haben sich wiederum von der Kirche emanzipiert:
Wenn man die Katholiken befragt, was sie glauben, dann kommt eine Art von Freidenker-Mentalität heraus:
Kaum einer glaubt an die leibliche Himmelfahrt Mariens.
Das Sonntagsgebot wird von über 80 % der Gläubigen missachtet.
Und in das Sexualleben lassen sich die Katholiken auch nicht von der Kirche drein reden.
Die Kirche traut sich nicht, gegen das ehelose Zusammenleben von jungen Paaren zu wettern.
Und was nun die Ehe angeht, bei der der Papst mit seinen Ansichten am meisten angeeckt, ist die Kirche sehr scheinheilig. Es waren doch die deutschen Bischöfe, die dies verkündet haben:
Wir ermutigen in diesem Zusammenhang alle, die begründete Zweifel daran haben, dass ihre Ehe gültig zustande gekommen ist, den Dienst der kirchlichen Ehegerichte in Anspruch zu nehmen, damit ihnen ggf. eine neue kirchliche Heirat ermöglicht wird.“
(http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2017/2017-015a-Wortlaut-Wort-der-Bischoefe-Amoris-laetitia.pdf)

Und es sind die deutschen Ehegerichte der Kirche, bei denen das Scheidungsbegehren zu 100% erfolgreich ist.
https://autorenseite.wordpress.com/2017/03/01/katholische-scheidungswelle/

Das passt doch alles nicht zusammen: Einerseits werfen die Bischöfe dem Papst eine falsche Einstellung zur Ehe vor und andererseits ermuntern sie die Gläubigen zur Scheidungsklage und lassen diese erfolgreich sein.

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