Zunehmende Gewalt ist ein Problem

Rund jeder fünfte Lehrer an bayerischen Schulen ist laut einer Umfrage schon mal Opfer örperlicher oder psychischer Gewalt geworden. (In Nordrhein-Westfalen ist es sogar jeder vierte.) Vier Prozent der Lehrer gaben an, dass sie auf ihrer Arbeit schon einmal körperlich angegriffen wurden. Hochgerechnet sind damit rund 3800 Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen im Freistaat bereits Opfer von tätlicher Gewalt geworden, teilte der Bayerische Lehrerverband BLLV am Montag in München mit.
Schlimmer geht es den Polizeibeamten, und der Staat hat das einfach viel zu lange angesehen, ohne die Gesetze zu verschärfen:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/07/01/schlimm-kein-schutz-fuer-die-polizei/
Und völlig unbegreiflich ist, dass sogar immer mehr Ärzte und Sanitätspersonal Opfer von Gewaltattacken sind.
Ich frage mich immer, woher kommt diese Gewalt?

In früheren Generationen gab es so etwas nicht. Amokläufe und das völlige Ausrasten vor Wut, wobei sogar in lebensbedrohender Weise gegen den Kopf eines am Boden Liegenden getreten wird, sind Erscheinungen der neueren Zeit. Es wird immer behauptet, Ursache seien die Gewaltdarstellungen in den Medien. Die gab es aber schon länger als die extremen Gewaltausbrüche der Täter. Und meine Generation, die im Krieg unglaubliche Gewalt erlebt hat, ist nicht verroht. Wie einfach hätte man nach dem Krieg mit den von den Soldaten weggeworfenen Waffen Unheil anrichten können und Amokläufe unternehmen können. Aber nichts dergleichen ist geschehen.

Schon bei Kindern und Jugendlichen treten heutzutage immer häufiger psychische Störungen auf. Bereits vom Säuglings- bis ins junge Erwachsenenalter können Kinder und Jugendliche in unterschiedlichsten Formen durch psychische Belastungen erkranken.
http://www.heimatzeitung.de/lokales/berchtesgadener_land/2300918_Immer-mehr-Kinder-mit-psychischen-Leiden.html
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass solche psychisch kranken Kinder zu gestörten Persönlichkeiten werden, die zu unkontrollierter Gewalt neigen.
Nicht die brutale Gewalt ist das Gefährliche in Fernsehfilmen, sondern die alltägliche Unbeherrschtheit, die und dauernd vorgeführt wird: Wer sich über irgendetwas ärgert, lässt seine Wut an Sachen aus, indem er beispielsweise eine Schranktür eintritt. Was hier gelehrt wird, ist: Lass deine Wut raus. Diesen Rat gaben auch einmal Psychologen den Ehefrauen, sonst bekämen die Frauen Magengeschwüre oder gar Krebs. Ich habe damals geschrieben, dass die Frauen so auf eine Scheidung „hinarbeiten“ und das Krebsrisiko dann ungleich größer wird.
Wenn Sie mich fragen, was ich als Ursache der zunehmenden Gewalt sehe, dann meine ich, dass Verschiedenes zusammen kommt:

  • Da ist zunächst einmal die geschilderte völlig falsche Theorie der Psychologen, man dürfe die Wut nicht in sich hinein „fressen“, sondern müsse sie raus lassen.
  • Dementsprechend ist völlig sinnlose Gewalt gegen (unschuldige!) Sachen im Fernsehen allgegenwärtig.
  • Es könnte sein, dass Kinder, die zu energiereich ernährt werden und dann in der Schule in eine Ordnung gezwängt werden, Aggressionen in sich aufstauen, die mit der Zeit zunehmen. Übrigens fällt mir bei dieser Gelegenheit ein interessantes Experiment ein, dessen Ergebnis sich vielleicht auch auf Menschen übertragen ließe: Man hat bei Ratten Versuche angestellt, was für sie am besten ist: Ernährung, Temperatur, Stallbedingungen usw. Und als man dann die idealen Lebensbedingungen herausgefunden hatte, hat man Ratten unter in diesen optimalen Verhältnissen leben lassen und meinte, die würden am ältesten werden. Das erwies sich jedoch als Irrtum, denn die Ratten waren hoch-aggressiv und verkürzten sich durch solche Stressbedingungen gegenseitig das Leben.
  • Untersuchen sollte man auch,ob nicht manche chemische Nahrungsmittelzusätze aggressiv machen.
  • Erziehungsfehler sind natürlich auch schuld. Manche Eltern glauben, sie müssten ihr Kind in unserer „Ellbogengesellschaft“ dazu erziehen, sich durchzusetzen. Neulich im Sandkasten haute ein Bub einem anderen seine Schaufel auf den Kopf. Kommentar der Mutter: „Er entwickelt sich zu einer Führungskraft!“
  • Und schließlich ist für mich die Zerstörung der Familie der Hauptgrund für Aggressionen. Kinder brauchen die liebevolle, individuelle Zuwendung der Eltern und auch viel Ruhe. Das kann die beste Kita nicht leisten.

Und wenn Hannelore Kraft nun eine Verschärfung der Strafen für Delikte gegen Lehrer verlangt, so ist das ein Kurieren an Symptomen und auch ein Wahlkampfgetöse. Wann hätte jemals in solchen Fällen der Strafrahmen nicht ausgereicht? Man sollte mal eine Statistik darüber heraus geben, wie weit normalerweise die Strafrahmen des Strafgesetzbuchs ausgeschöpft werden. Da wird man erschüttert feststellen, dass die Gerichte nur so triefen vor lauter Milde. Warum ist das so? Richter wollen gute Beurteilungen: Je strenger sie sind, umso öfter werden  Rechtsmittel eingelegt und umso öfter werden ihre Urteile aufgehoben und das wäre keine gute Voraussetzung für eine gute Benotung.
Einen Blick hinter die Kulissen der Justiz finden Sie in dem Buch „Adieu Justitia„:

JustitiaTitel

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