Reich werden als Schriftsteller?

Das Werk

Es war nicht nur so hingeschmiert,
Du hast dich gründlich konzentriert
Und lange vorher nachgedacht,
Eh’ du es zu Papier gebracht.
Dann ließt du es zunächst noch ruh’n –
Du hattest anderes zu tun.

Nach ein, zwei Wochen denkst du dran
Und schaust dir dein Geschreibsel an:
Du fragst dich nun beim Wieder-Lesen:
Bin wirklich ich denn der gewesen,
Der alles das geschrieben hat?
Dir bleibt die Luft weg – du bist platt.

Doch hast du Grund, dass du dich freust,
Weil es nichts gibt, was du bereust:
Alles das, was du geschrieben,
Ist – Gott sei Dank – bei dir geblieben.
Dort wirst du sorgsam es verwahren.
Dann wirfst du’s weg – nach ein paar Jahren.

Meine frühere Anleitung bei Blog.de, wie man als Künstler reich werden kann, hatte ein unheimliches Echo: über 500 Klicks an einem Abend! Da war ich von den Socken. Leider gibt es Blog.de nicht mehr. Hier ist das Echo dürftig.
Wie schaut es also mit der Schriftstellerei aus? Nun, Sie kennen ja das Gemälde „“Der arme Poet““ von Spitzweg. Nicht viel anders ist heute die Situation der meisten Autoren.
Wenn Sie nicht zu den Promis gehören oder wenn Ihnen nicht etwas einfällt wie die „Feuchtgebiete“ und Sie auch noch darüber schreiben mögen, dann schaut es nicht gut aus mit Ihrem Plan, in Zukunft als Schriftsteller Ihr Geld zu verdienen.
Sie können mir glauben: Ich habe es ausprobiert, nicht wegen des Geldes, sondern weil ich schlicht und einfach Spaß am Schreiben hatte. Und schließlich hatte ich einmal gelesen: „Ein Mann soll einen Baum pflanzen, einen Sohn zeugen und…“ tja, da gehen die Fassungen des bekannten Spruchs auseinander: die eine besagt: „…ein Haus bauen“, die andere: „…ein Buch schreiben“.
Nun, ich habe beides hinter mir. Aus dem Haus ist eine Hütte geworden, aber unheimlich wohnlich. Und aus meinem ersten Buch ist kein Bestseller geworden, aber es verkaufte sich ganz gut. Mir war wichtig: Ich hatte meine Freude daran und ich hoffe: meine Leser auch.
Damit Sie keinen Reinfall erleben, möchte ich hier ein paar Tipps geben.
1. Vertrauen Sie keinem Verlag, der es nur auf das Geld der Hobbyschriftsteller abgesehen hat. Und davon gibt es etliche. Was bringt es Ihnen, wenn Ihr Buch unter –zig Tausenden von Titeln auf der Frankfurter Buchmesse ausgestellt wird oder wenn der Verlag Reklameprospekte mit einem Haufen von neu verlegten Büchern versendet, in dem auch das Ihre aufgeführt wird? Der Effekt ist praktisch gleich Null. Normalerweise wandern solche Prospekte in den Papierkorb. Ich kenne einige Leute, die auf diese sehr teure Weise ihr Buch veröffentlicht haben und die nun all ihre Bekannten und Verwandten anbetteln, doch dieses „bedeutende Werk“ zu kaufen. Einer alten Frau aus unserem Dorf habe ich mehr aus Mitleid ihr Buch über ihre schwere Jugend auf dem Lande abgekauft. Es ist eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe, aber trotzdem wird es kein Renner und es wird nicht einmal seinen Weg in die Buchhandlungen finden. So bitter sieht die Wahrheit aus.
2. Gründen Sie also Ihren eigenen Verlag. Das ist einfacher als sie denken: Es bedeutet nichts anderes, als dass Sie Ihr Buch selbst vermarkten bzw. verkaufen. Sie müssen dann allerdings selbst Reklame für Ihr Buch machen und das können Sie mit etwas Phantasie besser, als die kommerziellen Verlage, die zwar so tun, als ob sie Hobbyschriftsteller unterstützen, es aber in Wahrheit nur auf deren Geld abgesehen haben. Sie selbst können viel gezielter die Leute ansprechen, die als Leserkreis in Betracht kommen, indem Sie beispielsweise vorlesen. Sie können auch einfallsreich im Internet werben. Wenn Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Buchhändler haben, können Sie mit ihm eine Vereinbarung treffen, dass er speziell für Ihr Buch wirbt. Natürlich brauchen Sie dafür ein auffälliges Werbeplakat, das Sie mit etwas Nachdenken und Geschick schon hinkriegen müssten, zur Not als Plagiat eines urheberrechtsfreien alten Bildes. Für mein Frauen-Buch benutzte ich beispielsweise dieses Bild mit einem gepfefferten Werbetext:

Frauen

Und da konnte man direkt zuschauen, wie die Männer stutzten und dann kauften. Und hier benutzte ich einfach ein urheberrechtsfreies Gemälde:

Verbotene Zone

Ganz einfach war dieses Cover zu machen:

JustitiaTitel

Da ist nur eine Waage aus einem Bildprogramm eingesetzt. Und noch schlichter ist das Cover für meine Liebesgeschichten der anderen Art:

Himmel

3. Drucken Sie Ihr Buch selbst z.B, bei lulu.com, neobooks, Books on Demand usw. Das kostet nichts oder fast nichts und macht unheimlich viel Spaß. Da muss man sich freilich ein bisschen durchbeißen, aber keine Angst: Wenn ich das als mäßig begabter Laie hingekriegt habe, schaffen Sie das auch.
Es ist schon der Wahnsinn, wenn Sie wie ich in einem kleinen Nest in Deutschland sitzen und mit Ihrem PC eine Druckmaschine in New York oder anderswo betätigen, die dann gleich Ihr Buch ausspuckt. Und wenn Sie es dann schon kurz darauf in Profiqualität in der Hand halten: Das ist ein bisschen wie Weihnachten. Und das Praktische an diesem Vertriebsweg ist: Sie haben keine Arbeit mit dem Versand, denn Ihre Leser können das Buch direkt beim Verlag bestellen und bekommen es dann zugeschickt. Und Sie erhalten Ihre Tantiemen.
Ich habe meine Bücher bei Lulu und bei Neobooks veröffentlicht, teilweise als eBooks. Schauen Sie mal rein:
https://autorenseite.wordpress.com/home/
4. Sie können das, was Sie geschrieben haben, auch einfach so ins Internet stellen. Ich habe dort eine ganze Fundgrube stehen. Schauen Sie doch auch dort mal rein. Der Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, dass Sie ohne Kostenaufwand feststellen können, wie groß das Interesse an Ihren Schriften ist. Und dann überlegen Sie, ob Sie es nicht bei dem Internetauftritt belassen sollten: Sie erreichen die Menschen, die Sie ansprechen wollten, und Sie zahlen nicht drauf.

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