Hexen – Gibt’s die?

Natürlich gibt es Hexen! Hier ist der Beweis:
Die „schlafende Hexe“ in den Berchtesgadener Alpen ist eindeutig ein versteinertes Exemplar:

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Man beachte den Busen!

Und hier aus einem meiner Bücher ein weiterer Beweis für die Existenz von Hexen:

Esoterik

Wahrscheinlich sagen die Frauen ja dasselbe über uns Männer, aber wir finden halt doch immer wieder, dass das weibli­che Geschlecht manchmal zu sehr merkwürdigen Einfällen neigt. Zu den Frauen, die hier gemeint sind, gehört auch Angelika Hinterstoisser. Sie werden sie gleich kennen lernen und ihr beipflichten, dass dieser Name weder zu ihr, noch zu dem passte, was sie so trieb. Weil nach ihrem Empfinden ihr Vor- und Nachnamen nicht recht zusammen passten und sondern irgendwie ein Widerspruch in sich zu sein schienen, hatte sie sich den „Künstlernamen“ Angèle Hoissier zugelegt (der französisch auszusprechen ist!), obwohl sie eigentlich nichts mit Kunst zu tun hatte, sondern mit jenem nebulösem Themenkreis, den man mit Parapsychologie, Geheimwissen­schaft, Esoterik und dergleichen beschreiben könnte.
Obwohl Angèle ihrem Künstlernamen nach eher zu den Engeln unter den Frauen zu zählen wäre, spürte sie doch plötzlich in sich die Berufung, eine Hexe zu werden. So etwas kommt bei Frauen öfter vor, seit in den Medien von solchen fraulichen Fähigkeiten die Rede ist.
Sie werden vielleicht finden: eine Hexe passt nicht in die moderne Gegenwart, sondern eher in „Hänsel und Gretel“. Aber Sie täuschen sich. Gerade in unserer aufgeklärten Zeit besteht ein großes Bedürfnis nach Zauberei und allem, was damit zusammenhängt: Da sind zunächst einmal die vielen Leute, die wissen wollen, wie es um ihre Zukunft steht, und die sich ihr Schicksal voraussagen lassen. Dann gibt es die Kranken, die ihre letzte Hoffnung auf eine solche weise Frau setzen. Und schließlich bilden die unglücklich Verliebten eine gewaltige Klientel jener Kräuterweiblein, die gewisse Tränke zu kochen oder zu mixen verstehen. All dies war Alltag für Angèle, aber es genügte ihr nicht.
Sie las in einem ihrer Lehrbücher, dass die Frauen, die sich heute wieder der Hexerei widmen, meist reinkarniert, also wiedergeboren sind, nachdem sie im Mittelalter als Hexen verbrannt wurden. Weiter entnahm sie dem Buch, dass man sich unter Hypnose in sein früheres Leben zurückversetzen lassen könne. Gerade dies wollte sie auch einmal ausprobie­ren. So suchte sie einen Mann auf, von dem sie in der Presse wahre Wunder gelesen hatte. Der riet ihr allerdings aus verschiedenen Gründen davon ab, dass sie sich im Zustand der Trance gleich ganz bis ins Mittelalter zurück versetzen lassen würde, sondern sondern fand, es reiche, wenn sie erst einmal beim Ursprung ihres eigenen Lebens beginne; schließ­lich müsse sie das Ganze ja auch seelisch irgendwie verkraf­ten, meinte er.
Angèle war einverstanden und als sie hypnotisiert worden war, rollte ihr Leben vor ihrem inneren Auge ganz von vorne ab: Sie sah ihre Eltern in jungen Jahren vor sich. Sie hörte ihren Vater die abgedroschene Frage stellen:
„Geh’n wir zu dir oder sehen wir uns lieber meine Briefmarkensammlung an?“
Ihre Mutter war nur zu gern bereit und fand:
„Bei mir sind wir schneller.“
Sie sah dann etwas angewidert ihre Eltern wie in einem Pornofilm: beim Entkleiden und beim … na ja, Sie wissen schon, was dann kommt.
Mitten in voller Aktion hielt ihre Mutter auf einmal für einen Augenblick inne und fragte:
„Sag mal, wie spät ist es eigentlich?“
Ihr Vater war über diese Frage nicht nur überrascht, sondern geradezu so verärgert, dass er vergaß, sich rechtzeitig zurückzuziehen, um das zu verhüten, was beide nicht wollten.
„Na, wenn das gut geht“, meinte ihre Mutter. „Ich habe zur Zeit meine gefährliche Phase.“
Es ging nicht gut: Sie wurde schwanger. Als sie darüber Gewissheit hatte, sagte sie ihm Bescheid. Und dann saßen sie beide da und stellten übereinstimmend fest: „So eine Scheiße!“
Angewidert erwachte Angèle aus ihrer Trance und sagte jedem, der es wissen wollte:
„Macht so was bloß nicht. Das Leben ist schon schwer genug. Da muss man sich nicht noch in frühere Zeiten zurückversetzen lassen und die auch noch durchleben. Irgendwo erreicht da jeder die Grenze seiner Belastbarkeit und wird vielleicht sogar verrückt.“
Angèle wurde zwar nicht verrückt, aber sie wurde niemals das Gefühl los, ein ungeliebtes Dasein zu fristen. Zu echter Lebensfreude war sie nicht mehr fähig, aber vielleicht ging es ihr so wie vielen anderen auch, die ihr Leben damit zubrin­gen, dass sie ihren Beschäftigungen nachgehen und in der Freizeit Ablenkung durch oberflächliches Amüsement suchen.

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