Die andere Art von Urlaub

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Manchmal bin ich in Bad Reichenhall und denke an meine Urgroßmutter, die häufig hier in Urlaub war und malte. Was für ein ruhiger, entspannter und auch erfüllter Urlaub war das! Sie bestellte sich Menschen, die ihr als Modell dienten, und malte Bilder wie dieses.
Auch heute kommen viele nach Bad Reichenhall, um an der hiesigen Akademie das Malen zu lernen. Sie verbringen hier einen erfüllten Urlaub, von dem sie sicherlich mehr haben, als wenn sie nach China fliegen und in einem Pauschalurlaub von der Stange die chinesische Mauer anglotzen. Eigentlich müsste man ja solche Urlaube ausbremsen durch hohe Besteuerung des Flugbenzins oder eine Vergnügungssteuer. Was mich aber ärgert, ist die Tatsache, dass laut Salzburger Nachrichten von den 35 deutschen Flughäfen nur 6 Gewinn abwerfen. Es wird also wohl so sein, dass der Steuerzahler die anderen 29 subventionieren muss. Wieso eigentlich? Muss es wirklich sein, dass Krethi und Plethi überallhin in Urlaub fliegen und dass das auch noch subventioniert wird? Der Flugverkehr wird ohnehin schon in unglaublicher Weise bevorzugt, weil er nicht mit den Mineralölabgaben belastet wird, die im Straßenverkehr fällig sind. Das muss geändert werden. Wir leben immer noch so, als ob es Öl in Hülle und Fülle gäbe. Dabei haben wir schon mehr als die Hälfte des vorhandenen Öls verbraucht und müssen nun schon die Tiefsee anbohren oder Schiefer auspressen. Auch wenn die Ölvorräte also noch nicht auf einmal erschöpft sein werden, ist es sicher, dass plötzlich wieder eine Spekulation einsetzt, die den Ölpreis in ungeahnte Höhen treiben wird. Beim Dreifachen des derzeitigen Preises lag er schon. Aber von Mal zu Mal wird die Spekulation schlimmer. Es kann also durchaus einmal so weit kommen, dass Heizen zum Luxus wird und das alles nur, weil wir die Augen vor der Zukunft verschließen und den wertvollen Rohstoff Öl verplempern. Aber das Wahlvolk will lieber die Erde total ausplündern, wie uns am Welterschöpfungstag bewusst gemacht wurde.
Wenn ich an meine Urlaube zurück denke, so waren die meist sehr umweltfreundlich: Als Student bin ich in den Semesterferien mit dem Rad von Kiel zum Klettern in die Berge gefahren. Das war immer ein echtes Abenteuer. Später mit meiner Familie hatten wir am Anfang kein Auto und verbrachten den Urlaub zuerst zu Hause. Als ich in meinem Büro gefragt wurde, wo ich denn im Urlaub gewesen sei, antwortete ich wahrheitsgemäß: „Zu Hause!“ Daraufhin sagte eine Sekretärin: „…dass Sie das sagen mögen!“ Später waren wir auf einer Almhütte und hatten dort viel Spaß. Wir waren auch mehrfach im Ferienzentrum Damp 2000 an der Ostsee. Obwohl wir dort meist mit dem Wetter Pech hatten, denke ich gern daran zurück, denn es hat uns trotzdem ausgezeichnet gefallen: Die Tochter war den ganzen Tag auf einem Reithof und unser Sohn spielte dauernd Fußball: draußen oder in der Halle. Und wir beiden Alten spielten Tennis und gingen zum Bowlen oder besichtigten Sehenswürfigkeiten. Und abends in der Tanzbar hatten wir eine Gaudi mit dem Hansaquintett, wie wir sie in dieser Form nie wieder erlebt haben. Ja, das waren alles gelungene, aber nachhaltige Urlaube.

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