Kompetenter Anlagetipp?

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Zufällig kenne ich die Frau eines früheren Landesbankpräsidenten. Ihr Mann ist in seine Stellung gekommen, wie es halt so geht in diesem Lande. Es war eine politische Entscheidung, und so wurde er Chef einer Behörde, von der auch nicht mehr Ahnung hatte als vielleicht Sie oder ich. Nun – dafür hat er ja auch seine Berater(-innen). Eine davon ist seine Frau, wie sie mir erzählte, und das kam so:
Als ich mich einmal mit ihr unterhielt, fragte ich sie nach einem guten Anlagetipp und danach, wie denn ihr Mann ihre Ersparnisse anlege. „Ach!“, sagte sie: „Der hat ja keine Ahnung. Das muss alles ich machen.“ Und dann berichtete sie mir, welche Zeitschriften mit Anlagetipps sie abonniert hatte und was sie daraus entnommen hatte.
Ich schüttelte den Kopf und wandte ein, dass ihr Mann doch einen ganzen Stab von „studierten“ Analysten beschäftige und man doch ganz einfach deren Empfehlungen folgen könne. (S. hierzu „Zitat zum Tag“ unten)
Sie lachte und sagte: „Nein, da verlasse ich mich lieber auf meinen eigenen Kopf!“ Ihr Mann tat dies offenbar auch, denn er hat ihr das Finanzwesen der Familie überlassen, für das er wohl auch keine Zeit hatte.
Wie gut es war, dass der Bankpräsident in seinen eigenen Angelegenheiten dem Rat einer schlichten Hausfrau, nämlich seiner Ehefrau, gefolgt ist, zeigte sich bald: So ist er im Gegensatz zu seiner Bank nicht pleite.
Was lernen wir daraus? Wenn wir im Finanzwesen unserer Republik mehr Hausfrauen mit normalem Menschenverstand hätten, hätten wir die Schuldenkrise nicht gehabt, denn eine Hausfrau weiß, das man nicht mehr ausgeben kann, als man hat.
Und schauen Sie sich doch einmal um bei Ihrer Landesbank: Dort waren ein Haufen Politiker tätig: im Verwaltungsrat und im Aufsichtsrat. Kennen Sie einen, der pleite gegangen ist? Sicher nicht! Nur die Bank! Gibt Ihnen das nicht zu denken?
Sehen Sie das auch so: Die Leute haben fremdes Geld wie Spielgeld eingesetzt, um über höhere Umsätze mehr zu verdienen. Als dann das ganze in die Hose ging, hatten sie ihr Geld schon längst in Sicherheit, und wir durften nun alle für den angerichteten Schaden bezahlen.

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