Wie sich Deutschland dauernd verändert


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Wenn man so alt wird wie ich, sieht man, wie recht der griechische Philosoph Heraklit hatte, als er sagte: „Alles ist im Fluss.“ Wie sich alles ändert will ich hier mit ein paar Beispielen belegen:

Früher wurde Homosexualität bestraft, heute wird sie in Loveparades gefeiert.
Auch „wilde Ehen“ waren früher strafbar, heute sind sie vielfach der Normalzustand. Der Kuppelei machte sich schuldig, wer Unverheiratete (auch Verlobte!) in einem Zimmer beherbergte.
Die Ehen hielten einst ein Leben lang, heute oft nur noch, so lange sie den Reiz des Neuen bieten.
Vor ein paar Jahren lagen alle Frauen, die es sich leisten konnten, „oben ohne“ am Strand. Inzwischen ist man wieder prüder geworden.
Früher waren die Frauen als Hausfrau daheim und genossen es, ihre Kinder in Ruhe aufzuziehen. Heute werden diese Frauen als „Heimchen am Herd“ diffamiert.
In meiner Jugend begrüßte man sich (auch in der Familie) mit Handschlag. Heute umarmen sich sogar Politiker und sie küssen sich sogar immer öfter. Als Honecker und Breschnew sich küssten, war das eine Lachnummer, die in einer Weise bewitzelt wurde, wie es heute in der Gender-Zeit nicht mehr möglich wäre.
Die Universitäten waren einmal, wie ihr Name sagt, ein Ort universeller Bildung. Inzwischen sind sie zu reinen Lernschulen verkommen und nennen sich daher vielfach auch nur „Hochschulen“. Ihr Auditorium Maximum, in dem einst die Kapazitäten der Wissenschaft Vorlesungen für alle hielten, dienen heute als Hörsäle im Massenbetrieb. Und die Studenten sind heutzutage normalerweise nicht mehr in der Lage, eine wissenschaftliche Kapazität ihrer Uni zu nennen, die nicht zu ihrem Fachbereich gehört, denn sie haben keine Zeit mehr, über den Tellerrand ihres Studienfaches hinaus zu blicken.
In den 60er Jahren, als ich in den Justizdienst eintrat, war es üblich, dass die Urteile, die über ausländische Straftäter gefällt worden sind, dem Heimatstaat mitgeteilt. Das führte unter Umständen dazu, dass Straftäter nach ihrer Abschiebung in ihrer Heimat hingerichtet wurden. In meiner Leseecke habe ich in der Kurzgeschichte „Ein ganz normaler Tag“ einen solchen Fall beschrieben. (Lesen Sie doch die interessante Kurzgeschichte!)
Und wie wäre es heute? Jener Mann, der damals hingerichtet wurde, bekäme heute natürlich Asyl und würde hier von der Sozialhilfe leben.
Eine besonders starke Veränderung sehe ich bei unserer Einstellung zum Nationalsozialismus. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches waren die alten Nazis in den neuen Parteien wieder da. Nun, viele Jahrzehnte später überschlägt man sich geradezu auf einmal mit Schuldbekenntnissen, Stolpersteinen, Denkmälern und Dokumentationszentren über national-sozialistisches Unrecht. Und „Gutmenschen“ wittern überall noch Reste des Nationalsozialismus, die zu tilgen sind: Einträge von Nazigrößen in goldenen Büchern von Städten usw. Ein typisches Beispiel ist auch das Grabkreuz, das oben abgebildet ist.
Der „Aktionskünstler“ Kastner hatte in einer Landtagseingabe gefordert, das Grabkreuz für den einstigen Chef des Wehrmachtführungsamtes Alfred Jodl auf dem Fraueninsel-Friedhof im Chiemsee zu beseitigen. Sein Antrag wurde abgelehnt.
Das Grabkreuz steht nun seit 70 Jahren auf dem Friedhof und das Grabnutzungsrecht der Familie läuft im Jahr 2018 aus. Wozu also der Aktionismus des „Aktionskünstlers“? Sollte nicht jedenfalls der Friedhof – wie sein Name sagt – ein Ort des Friedens sein?

Ergänzen Sie doch bitte die Liste der Veränderungen!

 

 

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