Zum Sonntag: Glaubhafte Kirche?

Jesus wird eigentlich immer in einem ganz schlichten und meist weißem Gewand mit einfachem Hirtenstab dargestellt. Er sagte von sich: „Ich bin der gute Hirte.“ (Johannes 10, 11-16)

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Und was haben die Kirchen daraus gemacht? Oberhirten in goldbestickten Gewändern mit goldenem Hirtenstab.

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Jesus sagte seinen Jüngern: „Steckt auch kein Geld in eure Gürtel, weder Gold, noch Silber, noch Kupfermünzen!“ (Matth.10,9)

Und wie sieht heute seine Kirche aus? Sie ist unermesslich reich:
Das Erzbistum von München und Freising besitzt einen Vermögenswert von etwa 6,3 Milliarden Euro. Und auch das Erzbistum Köln ist viel zu reich, obwohl es sich arm gerechnet hat:
Der Kölner Dom ist mit nur 27 Euro in die Bilanz eingestellt worden. Da staunt man. Aber das mag ja noch angehen, denn er ist unverkäuflich, könnte – so gesehen – also auch mit „0“ bewertet werden. Aber dass die 17.000 Wohnungen des Bistums nur mit 15 Millionen bilanziert werden, stößt einem doch auf. Das macht pro Wohnung 882 Euro. Da würde man gerne eine davon kaufen können. Und was würde Jesus wohl zu seiner reichen Kirche sagen? „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!“ Die Kirche wird immer reicher durch Spenden, Vererbung und Kirchensteuer. Die deutsche Katholische Kirche kassiert das Vierzigfache im Vergleich zu Französischen:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/01/14/die-kirche-und-das-geld/
Muss das alles so sein? Und sollte man nicht endlich die Kirchensteuer abschaffen, die rechtlich betrachtet auf sehr schwachen Füßen steht:
Zum einen tat die Kirche so, als stünde ihr diese Leistung „nach göttlicher Anordnung“ und kanonischem Recht zu und so heißt es auch im Konkordat von 1817:

Die Römisch katholische-apostlische Religion wird in dem ganzen Umfange des Königreiches Baiern und in den dazu gehörigen Gebieten unversehrt mit jenen Rechten und Prärogativen erhalten werden, welche sie nach göttlicher Anordnung und den canonischen Satzungen zu genießen hat.“
Zum anderen ist es bei dem Erwerb des später säkularisierten Eigentums der Kirche vielfach nicht mit rechten Dingen zugegangen, wie das Beispiel der Konstantin’schen Schenkung bewiesen hat. Auch bei uns sollen der Kirche nach deren Darstellung  zahlreiche Ländereien von Karl dem Großen vermacht worden sein, aber die moderne Kriminalistik hat die entsprechenden Schenkungsurkunden als Fälschungen entlarvt. Es wäre also Zeit, die Kirchensteuer endlich abzuschaffen, aber die Politiker trauen sich an ein so heißes Eisen nicht heran. Es kostet zu viele Wählerstimmen.

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