EU von Bürokratie erwürgt?

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Wer die deutsche Geschichte kennt, weiß, mit welcher Begeisterung sich Deutschland zusammen gefügt hat. Und die meisten erinnern sich noch an den Fall der Mauer, als sich die Menschen mit Freudentränen in den Armen lagen. Bei der Gründung Europas gab es keine vergleichbare Begeisterung. Die beschränkte sich eher auf die Reden der Politiker.

Wie sähe es denn aus, wenn man die Bevölkerung fragen würde, ob Europa noch ihre Zukunft ist? Diese Frage wurde im Jahr 2005 noch von 62 % der Befragten bejaht. 2011 waren es nur noch 41 %.
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/173227/umfrage/zustimmung-der-deutschen-zu-europa/
Wir würden also wohl Europa verlassen, wenn das Volk etwas zu sagen hätte. Die enormen Erfolge der AfD gehen ja hauptsächlich auch darauf zurück, dass diese Partei für mehr Unabhängigkeit von der EU eintritt.
Und die italienischen Bürgermeisterwahlen haben gezeigt, dass man Wahlen gewinnen kann, wenn man gegen Europa ist.
Nun rückt die Abstimmung über den Brexit näher. Erstaunlich, wie viele Briten dafür sind, obwohl Cameron mit allen Mitteln versucht, sie bei der Stange zu halten. Er warnte davor, dass man dann bei der Fußball-EM nicht mitmachen könnte. Aber das ist Unsinn, denn die Türkei ist ja auch dabei. Und er warnte vor Rentenkürzungen. Wieso eigentlich? Zahlt die EU vielleicht die Renten? Und er warnte vor einer zunehmenden Kriegsgefahr, wenn Europa auseinander fallen würde. Aber eine solche Gefahr hat es auch vor der EU nicht gegeben. Mit diesen Argumenten wird er nichts erreichen. Wenn er sich dennoch darauf stützt, ist anzunehmen dass seine sonstigen Argumente über die wirtschaftlichen Folgen wenig stichhaltig zu sein scheinen. An Europa scheint aus Sicht der Briten nicht viel dran zu sein, wenn viele von ihnen gehen wollen, obwohl sie ständig mit Sonderkonditionen gehätschelt wurden.

Und was käme nach dem Brexit? Andere Länder würden mit Sicherheit folgen.
Wenn Sie mich fragen, ob ich für die EU bin oder dagegen, muss ich Ihnen sagen:
Schön ist natürlich der Wegfall der Grenzen, aber so schlimm war es auch nicht, als man früher von Zollbeamten an der Grenze durchgewinkt wurde. Der Euro vereinfacht zwar den Zahlungsverkehr in Europa, aber wir bezahlen ihn mit einer Null-Zins-Politik, die jeden Haushalt in den letzten 10 Jahren 20.000 Euro gekostet hat. Und wie sieht es mit der Bürokratie in Europa aus? Die Bürokraten kümmern sich um jeden Kleinkram: Ich darf mir nicht einmal ein Telefon kaufen, dessen Klingeln ich im ganzen Haus hören kann, denn nur 40 Dezibel sind erlaubt.
Manchmal stelle ich mir eine Frage, die mal jemand beantworten sollte: Wie viel von dem Geld, das die EU einnimmt, wird von einer Bürokratie verschluckt, deren Akteure unverhältnismäßig hohe, steuerfreie Gehälter beziehen. Vielleicht wäre es besser gewesen, man hätte eine Zollunion gegründet und uns unsere DM gelassen.

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