Weg mit TTIP

ttip

Die Verhandlungen über TTIP sind ja geheim, aber nun sickert doch einiges davon durch: Bisher meinte man ja, es ginge um Chlorhühnchen und Gen-Mais. In Wahrheit aber geht es um einen ganz großen Deal:

Die deutsche Autoindustrie will mehr Autos in die USA verkaufen und im Tausch dafür müssen wir mehr Agrarprodukte von den USA nehmen, wahrscheinlich Klonfleisch und Gen-Erzeugnisse. Das Ganze wird zu Lasten der deutschen Bauern gehen, die sowieso teurer produzieren müssen als die amerikanische Konkurrenz, denn so riesige Flächen, wie die Amerikaner rationell und billig bewirtschaften können, stehen hier normalerweise nicht zur Verfügung. TTIP würde also ein noch größeres Bauernsterben auslosen, als wir sowieso schon haben.

Und noch etwas ist übel: Bisher soll ja angeblich in Europa das Vorsorgeprinzip gelten, das Produkte nur erlaubt, wenn sie für Mensch und Umwelt nachweislich unschädlich sind. Dieses Prinzip soll aufgegeben werden und durch das in den USA geltende Risiko-Prinzip ersetzt werden, nach dem Produkte so lange zugelassen sind, bis ihre Schädlichkeit erwiesen ist. Das würde bedeuten, dass die in vielen Ländern nicht zugelassenen genmanipulierte Pflanzen und Lebensmittel so lange angebaut und konsumiert werden, bis ihre Schädlichkeit festgestellt wird.
Da reiben wir uns doch verwundert die Augen: Haben wir nicht längst auch bei uns sowieso schon das amerikanische Risikoprinzip? Bei uns wird das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat verwendet, obwohl es im Verdacht steht, Krebs zu erregen.
Oder nehmen wir ein Beispiel aus einem völlig anderen Gebiet: Wir verwenden Atomenergie, obwohl die zuständige Bundesbehörde berechnet hatte, dass sie große Risiken in sich birgt und es alle 40 Jahre zu einem GAU geben würde. Und die Behörde hatte recht, wie wir in Tschernobyl und Fukushima gesehen haben. Erst nach diesen Unfällen haben wir uns zum Ausstieg aus dieser Energieart entschieden.
Es wäre eine verdienstvolle Arbeit, wenn jemand einmal ausrechnen würde, was uns der teure Ausflug in die Atomenergie gekostet hat.
Wir wissen jedenfalls, dass die Atomkraft vielen Unternehmen und Managern einen Haufen Geld eingebracht hat. Und wir erkennen: Wo viel Geld dahinter steckt – das wird gemacht. Da vergessen wir unser Vorsorge-Prinzip.

Ein Kommentar zu „Weg mit TTIP

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.