Krankenhaus einst und jetzt

eiche

Ich war gerade im Krankenhaus, weil ich plötzlich umgefallen bin. Diagnose: Gleichgewichtsstörung. Und ich bin immer noch entsetzt, was ich da erlebt habe.

Wenig hat sich in den letzten Jahren so verändert wie die Krankenhäuser. Anschaulich zeigt die Schwarzwaldklinik, wie es früher einmal war. Der Chefarzt sorgte sich um das Wohl des Patienten – unterstützt von einer resoluten Oberschwester.

Heutzutage kümmert sich der Chefarzt praktisch nur um sein Fachgebiet: nämlich die Diagnose und deren Behandlung. Die Schwestern sind Billigpersonal, das nicht einmal einen Tropfen Blut für einen Test entnehmen darf. Das muss der diensthabende Arzt der Notaufnahme machen, der total überlastet ist und wo man wegen eines kleinen Piecks ewig warten muss. Es wäre ja noch ein Oberarzt auf der Station, aber der sagt indigniert: „Ein Oberarzt nimmt doch kein Blut ab.“
Bei der Aufnahme durchläuft man, ohne einen Arzt gesehen zu haben, erst einmal ein automatisches Diagnoseprogramm. Dazu hätte bei mir eine Röntgenaufnahme der Lunge gehören sollen, obwohl dafür überhaupt kein Anlass bestand. Natürlich habe ich das verweigert.
Was das Essen anbetrifft, erinnere ich mich noch an einen früheren Krankenhausaufenthalt meiner Frau: Der Chefkoch begrüßte sie persönlich und fragte, ob sie irgendwelche besonderen Wünsche hätte. Heutzutage bekommt man als Neuzugang ein vorgeplantes Essen – gleichgültig, ob es zum Krankheitsbild passt oder nicht. Obwohl meine Krankheit mit starkem Erbrechen verbunden war, erhielt ich kalten Schweinebraten anstatt einer salzigen Suppe, die den Salzverlust hätte ausgleichen müssen.
Und alles zum Essen und Trinken kam lauwarm daher auf einem Geschmacksniveau, das sich kein Gasthaus, das weiter existieren will, leisten könnte.
Da also sind wir angekommen. Blicken wir zurück in die Antike. Damals waren die einmalig gelegenen Tempel gleichzeitig auch Stätten der Heilung. Die Esoteriker würden von Kraftorten sprechen. Heute dagegen unterscheidet sich ein Krankenzimmer nicht mehr so weit von einer Gefängniszelle.
Mein Nachbar pflegte daher zu sagen: „Ins Krankenhaus? Nur mit de Füaß voraus!“ Und so starb er auch nach einem Herzinfarkt genau auf der Schwelle des Krankenhauses.
Erstaunt war ich, wie oft ich von Leuten hörte, was für schreckliche Infektionen sie sich im Krankenhaus geholt hatten. Jetzt wundert mich nichts mehr:
http://www.salzburg.com/nachrichten/gesundheit/sn/artikel/experten-beklagen-maengel-bei-krankenhaushygiene-183861/
Was im modernen Krankenhaus völlig fehlt, ist eine Chefarztpersönlichkeit, die den ganzen Betrieb im Griff hat und bei der der Patient das Vertrauen gewinnt, wieder gesund zu werden.

Ein Kommentar zu „Krankenhaus einst und jetzt

  1. Mit ein Grund, warum ich Krankenhäuser und Ärzte meide, so gut es möglich ist.
    Wobei ich überzeugt bin, dass es nicht nur an der mangelnden Sensibilität der Ärzte liegt, sondern zum großen Teil an der Kostenkontrolle bzw. Einsparungsmaßnahmen. Nur nicht zu viel ausgeben für dass Wohl der Patienten. Nachher fühlen die sich noch so gut betreut, dass sie nicht mehr weg wollen.

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