Das Herodes-Prinzip

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Ich habe einen Wirkungsmechanismus entdeckt, den ich Herodes-Prinzip nennen möchte. Herodes war ja der König, der nach Angaben der Bibel angeblich alle Säuglinge umbringen ließ, um den „neugeborenen König der Juden“ zu töten. Seitdem ist er eine der am übelsten beleumdeten Personen der Geschichte. Tatsächlich aber war der gemeinte Herodes längst tot, als Jesus geboren wurde. Hätte es den Kindermord zu Bethlehem wirklich gegeben, hätte der mit Sicherheit auch in der sonstigen Geschichtsschreibung seinen Niederschlag gefunden. Es konnte einfach im römischen Reich nicht passieren, dass ein König sämtliche Babys umbringt, ohne dass dies irgendwo erwähnt wird.
Aus dieser Geschichte haben Propagandisten eine Lehre gezogen: Entsprechend dem Herodes-Prinzip hängt man missliebigen Staatsoberhäuptern etwas an, was nicht der Wahrheit entspricht, um sie dann vernichten zu können. Das war bei Saddam Hussein so, als die USA ihm vorwarfen, Atombomben zu bauen. Ähnlich war es auch bei Janukowitz: Weil der Westen ihn los werden wollte, um die Ukraine in die Nato zu bekommen, dichtete man ihm an, er habe auf sein eigenes Volk schießen lassen. Wie eine neutrale Untersuchung beweist, stimmt das nicht, sondern das Gegenteil ist richtig.
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/01/02/studie-vom-westen-unterstuetzte-opposition-hat-maidan-massaker-veruebt/
Typisch ist ja, dass die Ukraine dieses Massaker angeblich nicht aufklären konnte. Man lässt Gras über die Sache wachsen und mit der Zeit stand dann Janukovitz ähnlich da wie Herodes.
Manchmal frage ich mich, ob das, was man Assad vorwirft, wahr ist: Er soll ja Giftgas gegen seine eigene Bevölkerung eingesetzt haben. Ist er also auch „herodisiert“ worden? Ich halte es auch gut für möglich, dass die Oppositionsstreitkräfte erbeutetes oder selbst hergestelltes Giftgas benutzt haben, um damit Assad ins internationale Abseits zu stellen.
http://www.was-die-massenmedien-verschweigen.de/aktuell/Giftgasunfertig.pdf
http://aixpaix.de/muenchhausen/syrien.html
Die Nachrichten, die aus Syrien kommen, sind sowieso immer mit Vorsicht zu genießen: Es wurde dauernd von verbrecherischen Bombardierungen durch die Russen berichtet. Ich frage mich nur, warum die Russen so etwas Widersinniges tun sollten.
Kurzum: Es gibt viele, die als Nachfolger von Herodes hingestellt werden. Putin ist auch so einer.
Ebenso erging es seinem Kollegen Orban. Er wurde bei uns verteufelt (herodisiert), weil er einen Grenzzaun bauen ließ. Was dabei meist verschwiegen wurde, ist die Tatsache, dass er Übergangsstellen für einen geordneten Eintritt in sein Land einrichtete. Um das Bild von Ungarn abzurunden, sahen wir immer wieder Bilder von einer Ungarin, die nach einem armen Flüchtling trat (Das hätten wir leicht durch Bilder aus Deutschland überbieten können). Was uns die Bilder aus Ungarn suggerieren sollten, war, dass wir mit unserer Flüchtlingspolitik die besseren Menschen sind. Und so wurde jede vernünftige Kritik an dieser Politik schon im Keime erstickt. Wenn wir ehrlich gewesen wären, hätten wir uns an die eigene Nase fassen und zugestehen müssen, dass wir in Ceuta und Mellila viel schlimmere Zäune errichtet haben als Orban.
Inzwischen hat auch Österreich in Spielberg einen Zaun gebaut und andere Staaten wollen folgen. Auch Dänemark und Schweden haben sich abgeschottet. Aber diese Länder werden nun nicht so behandelt wie Orban.

Ein Kommentar zu „Das Herodes-Prinzip

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