Das Herodes-Prinzip

Das Herodes-Prinzip
Ich habe ein Phänomen entdeckt, das so bisher nicht beschrieben wurde. Ich taufe es daher „Herodes-Prinzip“. Herodes ist ja in den Augen der meisten Menschen eine der übelsten Gestalten der Geschichte, weil er den Kindermord von Bethlehem beging. Das steht so in der Bibel und ist daher für viele unumstößliche Wahrheit. Tatsächlich dürfte aber diese grausige Geschichte nur ein dichterisches Ausschmückungsdetail sein, mit dem die Evangelisten zeigen wollten, wie gefährdet die Kindheit Jesu war. Es kann nämlich keinesfalls sein, dass eine so schreckliche Tat wie der Kindermord nicht irgendwo seinen Niederschlag in der sonstigen Geschichtsschreibung gefunden hätte. In den offiziellen Berichten findet sich nur der Hinweis, welche Verwandten Herodes umgebracht hat. So lag es nahe, ihm auch eine solche Tat wie den Kindermord anzuhängen. Wahrscheinlich wird Herodes also insoweit völlig zu Unrecht beschuldigt.
Nehmen wir aber lieber ein anderes Beispiel aus unserer Zeit: Nach dem, was wir in den Medien lesen, ist Orban jener Unmensch, der einen Zaun um Ungarn errichten ließ. Was aber dabei gezielt verschwiegen wird, ist die Tatsache, dass er damit die Flüchtlinge zwingen wollte, sich registrieren zu lassen. Dafür hatte er Grenzübergänge, also eine Art von Transitzonen eingerichtet. Die Flüchtlinge wollten sich aber nicht registrieren lassen, weil sie fürchteten, einem bestimmten Land zugewiesen zu werden. Sie wollten aber nach Deutschland oder Schweden.
Wenn unsere Medien Orban als eine Art von Verbrecher gegen die Menschlichkeit hinstellten, so übersahen sie dabei, dass um die Enklaven der EU in Afrika viel schlimmere Zäune errichtet worden waren. Darüber hat sich aber damals niemand aufgeregt.
Ich habe den Verdacht, dass es auch Putin so ähnlich geht wie Orban:
http://web.de/magazine/politik/rezension-endspiel-metamorphosen-wladimir-putin-michail-sygar-31045196
Ich glaube, dass der Mensch solche Personen als Hintergründe braucht, um sich davor positiv abzuheben. Daher muss ständig eine neue Sau durchs Dorf getrieben werden. Dann fühlt man sich wohl und sagt: Gott sei Dank! Ich (Wir) bin (sind) nicht so.

6 Kommentare zu „Das Herodes-Prinzip

  1. hi autor….

    kritik : DEIN ARTIKEL IST

    – zuuuu lang ….. mengenmässig menschen nicht überfordern

    – zuuu anspruchsvoll……oder : was denkst du ?? wieviele kennen HERODES???

    sonst ganz gut

    gesamtnote : noch gerade ausreichend

    hahaha und gruss
    die ostsee

  2. Die Geschichtensammlung des Alten und Neuen Testaments sollte man nicht als historische Wahrheit betrachten. Es werden schon einige Begebenheiten wahr sein, aber wer weiß das schon genau? Die Theologen? Denen ist auch nicht zu trauen.

    Die Herodes Geschichte mit dem Kindermord ist konstruiert, um damit etwas auszusagen.

    Mich interessiert die Geschichte von Judah und Tamar, die ist auch erfunden. Aber ich würde gerne wissen, was der Autor damit aussagen wollte.

    1. Danke für den Kommentar!
      Weil ich mich an Tamar nicht erinnern konnte, habe ich gegoogelt und bin auf diese Seite gestoßen, die Dir vielleicht die erwünschte Aufklärung gibt:
      https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/tamar/ch/bc3fe0422553b8a1b294027896c34755/
      Übrigens habe ich in dem Buch „Verbotene Zone“ auch Geschichten rund um die Bibel geschrieben:
      https://autorenseite.wordpress.com/

      1. Danke für den Hinweis:

        Nach meiner Interpretation wird mit dieser Geschichte ausgesagt, dass die Juden sowohl von den Israeliten über Judah als auch von den Kanaanitern abstammen. Die Tamar war eine Frau aus Kanaan. Dieses Paar stellt die Stammeltern der Juden dar. Anders gesagt, sind die Juden ein Mischvolk aus Arabern und den Bewohnern Kanaans (ursprünglich Nordafrikaner).

        Weiters wird ausgesagt, dass es die Prostitution schon gegeben hat, als der Autor der 5 Bücher Mose diese niedergeschrieben hat. Die Schwagerehe war damals üblich – das ist aber nicht so bedeutend. Der Sex mit einer Hure war also kein Problem, hingegen war der Ehebruch ein todeswürdiges Vergehen.

        Insgesamt ist es auch eine konstruierte Geschichte.

      2. Übrigens wurde die Prostitution in der Bibel sogar geschätzt: Dort heißt es nämlich: „Finde eine Prostituierte, und heirate sie.“ (Osee [Hosea] 1)

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