So kassiert man Autofahrer ab

Wenn man im Ausland mit dem Auto fährt, wundert man sich oft, wie korrekt dort die zulässigen Geschwindigkeiten eingehalten werden. Aber das ist eigentlich kein Wunder, denn eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 20 km/h kostet bei uns 35 Euro, in Italien 170, in Schweden 270 und in Norwegen sogar 420 Euro!
Warum ist so ein Delikt bei uns so viel billiger? Zum einen haben wir eine starke Autofahrerlobby, die ein fürchterliches Geschrei von sich geben würde, wenn man die Bußen erhöhen würde. Zum anderen hat man sich in Deutschland auf die niedrigen Bußen eingestellt: Jeder fährt so, wie er will, und wenn er erwischt wird, dann zahlt er eben. Viele Fernsehfilme zeigen, dass zu schnelles Fahren einfach zu einem coolen Typen dazu gehört. Und wer will schon „uncool“ sein?
Weil die Bußen bei uns so niedrig sind und sie vielfach in Kauf genommen werden, kassieren natürlich die Länder einen Haufen Geld. Und dieses Geld wollen sie selbstverständlich im Haushalt nicht missen. Es ist sozusagen eine KFZ-Zusatzsteuer. Stellen Sie sich vor, wir hätten Geldbußen wie in Norwegen: Wer würde ein Bußgeld von 420 Euro riskieren? Da würde jeder korrekt fahren und die öffentliche Hand würde leer ausgehen.
Wenn es den Behörden wirklich um die Bekämpfung der Raserei ginge, könnte man beispielsweise bei drei Geschwindigkeitsbeschränkungen hintereinander messen und die dreifache Raserei mit einem dreifachen Bußgeld belegen. Aber die Einnahmen sind dem Staat wichtiger als die Bekämpfung der Raserei.

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