Wehrpflicht für Asylanten?

Man sollte das Asylrecht einmal von Grund auf neu durchdenken und dann auch neu regeln. Es ist doch völlig widersinnig, dass das Asyl nur gewährt wird, wenn jemand aus politischen Gründen fliehen muss. Wer aber in seinem Land verhungern muss, hat keinen Anspruch auf Asyl.
Und noch etwas erscheint mir als untragbar: Unsere Soldaten setzen in Afghanistan ihr Leben im Kampf gegen die Taliban ein. Afghanische Männer aber kommen nach Deutschland und erhalten Asyl.
Wenn sich nun der Westen entschließen würde, in Syrien gegen den IS vorzugehen, hätten wir die absurde Situation, dass etwa eine halbe Million wehrfähiger Syrer es sich bei uns gut gehen lassen würde, während unsere Soldaten im Dreck liegen und kämpfen. Bei uns werden ja schon die ersten Stimmen laut, die einen Einsatz deutscher Soldaten fordern, um dort eine sichere Zone für die Flüchtlinge einzurichten.
http://web.de/magazine/politik/wolfgang-ischinger-militaereinsatz-deutschlands-syrien-30917316
Man sollte deshalb auch darüber nachdenken, ob man nicht das Asyl in solchen Fällen verweigern sollte, in denen bei uns einmal wehrpflichtige Männer zum Kämpfen eingezogen wurden.
In unserem Staat war es ja lange Zeit Tradition, dass es eine Wehrpflicht für Männer gab. Das ist nun vorbei – auch deshalb, weil eine Armee von Berufssoldaten bei der derzeitigen Bedrohungslage ausreicht. Aber das könnte sich auch bei uns schnell wieder ändern. Es wäre deshalb nicht unangemessen, bei Asylanten die Frage aufzuwerfen, ob sie nicht in ihrem Land bleiben müssten, um dort die Freiheit und Demokratie zu verteidigen.
Ich gebe zu, dass die Frage sich im Falle Syriens derzeit nicht stellt, denn dort ist die Lage zu verworren, als dass man von den syrischen Männern verlangen könnte, dort in den Krieg zu ziehen. Dort gibt es das menschenverachtende Regime Assad, die Rebellen und den IS. Für keine Seite könnte man die Männer in den Krieg schicken. Anders wäre es aber, wenn die UN sich entschließen würden, Soldaten nach Syrien zu schicken, um dort wieder geordnete Verhältnisse herzustellen. Wären dann nicht in erster Linie die Syrer selbst gefordert? Und müsste das Asylrecht nicht für diesen Fall bestimmen, dass Wehrpflichtigen hier kein Unterschlupf gewährt werden kann?

2 Kommentare zu „Wehrpflicht für Asylanten?

  1. Bisher war es üblich, freiwillige Soldaten zu Auslandseinsätzen zu schicken, und vielleicht gibt es tatsächlich auch ein paar jugendliche Kämpfer unter den Asylanten, die in geordneten Strukturen eines gut ausgebildeten Heeres durchaus wieder zurück nach Syrien gingen. Momentan jedoch halte ich jeden einzelnen Menschen, den man in ein Land schicken will, welchem dank einander hassenden Gruppierungen die Reife für ein friedliches Miteinander völlig fehlt, für verschwendet. Das Ansinnen einer Wehrpflicht für junge Leute, die gerade der Kriegshölle entronnen sind und am eigenen Leib verspürt haben, wie Krieg sich anfühlt, halte ich für ziemlich sarkastisch, solange es nicht um defensive Friedenssicherung in eigens geschaffenen Zonen geht. Du aber willst sie in den Kampf schicken, obwohl sie nicht wollen? Dann nehmen wir doch lieber erst mal die abenteuerlustigen Freiwilligen, die sich nach der Grundausbildung auf die überdurchschnittliche Bezahlung freuen und glauben, Kampf macht stark und reif. Frag mal die Mütter, was sie durchmachen, weil ihre Söhne erst nach den traumatischen Erlebnissen eines Krieges kapieren, dass Krieg nicht männlich macht, sondern Gliedmaßen oder das Leben fordert.

    Wer in den Krieg ziehen will, soll es meinetwegen tun. Es wird immer genügend Freiwillige geben, aber sollten die eines Tages fehlen, dann wäre es sinnvoll, alle verfügbaren Kräfte im eigenen Land zu halten, denn dann werden wir vermutlich mit unserer Verteidigung genügend zu tun haben. So, wie es derzeit überall zugeht …

    1. Wir sind uns ja einig. Du schreibst: „solange es nicht um defensive Friedenssicherung in eigens geschaffenen Zonen geht.“
      Und ich schreibe: „Anders wäre es aber, wenn die UN sich entschließen würden, Soldaten nach Syrien zu schicken, um dort wieder geordnete Verhältnisse herzustellen.“
      Das läuft doch aufs selbe hinaus.
      Ich habe ausdrücklich geschrieben, dass die Flüchtlinge keinesfalls in der derzeitigen Lange nach Syrien geschickt werden können. denn „dort ist die Lage zu verworren, als dass man von den syrischen Männern verlangen könnte, dort in den Krieg zu ziehen.“
      Also brauchst Du Dich nicht aufzuregen.

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