Gauck auf dem Meidan

Gerade haben die Gedenkfeiern für die Opfer der Revolution auf dem Meidan stattgefunden. Auch unser Bundespräsident war in vorderster Front mit dabei. Als ich die Bilder sah, hatte ich kein gutes Gefühl. Kann es nicht sein, dass er auf der falschen Seite demonstriert?
Es erscheint doch als unglaublich, dass die Schützen, die das Massaker angerichtet haben, immer noch nicht ermittelt sind. Es existieren Bilder und Tonaufnahmen, die doch wohl längst Licht in dieses dunkle Kapitel hätten bringen können. Natürlich liegt es nahe, Janukovitsch als Verantwortlichen hinzustellen. Er könnte versucht haben, durch die Schießerei die Revolution zu stoppen. Ebenso ist es aber auch möglich, dass unter seinen Gegnern extreme Brandstifter waren, die genau berechnet haben, was passieren würde, wenn man auf die eigenen Leute schießt nach dem Motto: „Der Zweck heiligt die Mittel.“
Ein Staat, der so etwas nicht aufklären kann, steht im Zwielicht. Deshalb hätte Gauck zurückhaltender sein sollen. In Sotschi war er es ja auch. Wir haben schon genug angerichtet, indem wir die Revolution des Volkes gegen die vom ihm selbst gewählte Regierung unterstützt haben und das als Demokratie bezeichnet haben.

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