Kann es sein, dass wir so dumm sind?

Die OECD schreibt gerade, das das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Deutschland zwischen 1990 und 2010 inflationsbereinigt um etwa 26 Prozent gewachsen ist. Sie beklagt wie wir im Blog zuvor, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet: Während die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung Mitte der achtziger Jahre fünfmal so viel verdienten wie die ärmsten zehn Prozent, liege das Verhältnis bei 7:1. Wäre die Ungleichheit auf dem Niveau von Mitte der achtziger Jahre verharrt, hätte das Plus beim Bruttoinlandsprodukt um fast sechs Prozentpunkte höher ausfallen können.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/oecd-moniert-wachsende-ungleichheit-zwischen-arm-und-reich-a-1007329.html
Sind unsere Politiker so dumm, dass sie auf 6 % Wachstum einfach verzichten? Nein, es ist nicht Dummheit, sondern Klientelpolitik, die dieses Ergebnis zur Folge hat. Es zeigt sich ganz klar: CDU/CSU halten zu den Reichen zum Schaden des restlichen Volkes.
Nun sage nur keiner, das habe man ja nicht gewusst. Natürlich weiß man das in der Regierung. Die Gewerkschaften haben es ja ja seit Jahrzehnten betont.
Man braucht auch kein Volkswirtschaftler zu sein, um das zu wissen, was die OECD uns nun ins „Gebetbuch schreibt“. Man braucht sich nur in den Sessel zurück lehnen und mal darüber nachdenken, was wohl mit dem Geld geschehen ist, das Schwarzer und Hoeneß in die Schweiz transferiert haben:
Die Banken haben es gut angelegt: Vielleicht waren sie dabei, als mit Nahrungsmitteln spekuliert wurde. Das verteuerte die Ernährung und die Leute konnten sich weniger kaufen. So gäbe es noch viele Beispiele.
Gönnt man aber den Ärmeren mehr Geld, so geben sie es in der Regel aus und das kurbelt die Wirtschaft an.

4 Kommentare zu „Kann es sein, dass wir so dumm sind?

  1. „Wäre die Ungleichheit auf dem Niveau von Mitte der achtziger Jahre verharrt, hätte das Plus beim Bruttoinlandsprodukt um fast sechs Prozentpunkte höher ausfallen können.“
    Ein solchen Unsinn hätte ich selbst der OECD nicht zugetraut. Zwischen der Entwicklung der Ungleichheit und der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts besteht doch überhaupt kein logischer Zusammenhang!!!!

  2. Ich begreife nicht, dass Du das nicht begreifst: Ich habe ja versucht, die Richtigkeit der These der OECD mit der Nahrungsmittelspekulation zu belegen.
    Für Dich noch ein Beispiel: Die Reichen müssen ihr Geld anlegen, weil sie es schlecht verbrauchen können, während die Ärmeren es für ihren Konsum hernehmen: Sie gönnen sich halt mehr, wenn sie mehr haben. Letzteres steigert das Bruttoinlandsprodukt, während es sich nicht auf das Bruttoinlandsprodukt auswirkt, wenn die Reichen bei Lehman Brothers in den USA Papiere gekauft haben.
    Alles klar? Wenn nicht, frag die OECD!

    1. Das ist eine Möglichkeit: Die andere Möglichkeit ist, daß die Reichen ihr Geld investieren, neue Produkte auf Markt bringen, einen Boom erzeugen, und einen neuen ungeahnten Aufschwung kreieren. Ich bleibe dabei: Die Ungleichheit kann zu- oder abnehmen völlig unabhängig von der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts.

  3. Du erkennst immerhin die eine Möglichkeit an, dass das Geld der Reichen für schädliche Spekulationen ausgegeben wird. Dann solltest Du auch anerkennen, dass es ein Plus von 6 % zur Folge haben würde, wenn dieses Geld in den Händen Ärmerer gewesen wäre und dem Konsum zugute gekommen wäre. Konsum fördert im übrigen auch Investitionen.
    Zum Schluss noch eine Bemerkung: Die OECD stützt ihre These eher darauf, dass Ärmere nachweislich schlechtere Bildungschancen haben und dass dadurch erhebliche Teile des „Humankaptals“ nicht genutzt werden. So blöd wie Du denkst, sind die Leute also gar nicht.

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