Promi-Ehen im Dienst der Kirche

Als ich im Sturm-und-Drang-Alter war, durften Unverheiratete nicht zusammen leben. Das war in Bayern sogar strafbar. Und im gesamten Deutschland machte sich derjenige der Kuppelei schuldig, der unverheirateten Paaren ein Zimmer zur Verfügung stellte.
Trotzdem gab es unter den Künstlern mutige Leute, die sich trauten, in „wilder Ehe“ (so nannte man das) zusammen zu leben. Inzwischen hat die Pille einen totalen moralischen Wandel bewirkt. Die Leute machen, was sie wollen, und das Strafrecht hat sich dem angeschlossen. Nun gäbe es ja eigentlich keinen Grund mehr zu heiraten, es sei denn, fromme Paare wollen sich den Segen Gottes geben lassen. Deswegen würden wohl nicht allzu viele kommen, denn die traditionelle Familie hat immer weniger Anhänger. 30 % der heutigen „Familien“ sind anders: Paare ohne Trauschein, Alleinerziehende, Schwule und Lesben.
Deshalb ist es von großer Bedeutung, dass die Promis so gerne heiraten. Sie tun das wohl weniger aus religiösen Gründen, sondern wegen der Publicity. Ein Promi muss ja ständig dafür sorgen, dass er im Licht der Öffentlichkeit steht, und dafür ist eine opulente Hochzeit natürlich bestens geeignet. Und das Volk schaut sich solche Feste im Fernsehen oder in den Illustrierten an und sagt sich: Ich möchte auch eine schöne Hochzeit feiern. Die Promis sorgen also dafür, dass die Hochzeit kein Auslaufmodell wird. Und das ist günstig für die Kirchen. Würden die Hochzeiten wegfallen, würde sich der Kontakt vieler Christen auf Taufe, Konfirmation und Beerdigung beschränken und mancher würde sich sagen, dass die Kirche ihm für die vielen Steuern zu wenig bietet, und sie würden austreten.
Was aber viele Normalmenschen beim Heiraten übersehen, ist die Tatsache, dass die Promis in der Regel mit der Hochzeit nur eine Beziehung auf begrenzte Zeit eingehen. Viele von ihnen heiraten ja öfter, und wenn sie Katholiken sind, macht das heutzutage nichts, denn es gibt auch die Scheidung auf katholische Art:
https://autorenseite.wordpress.com/2015/09/09/neu-scheidung-katholische-art-20728782/
Zur Not findet sich dafür schon irgendein Sektenpfarrer, der da mit macht.
Im Hinblick auf die Scheidungsstatistik kann man sagen, dass die Formel „bis dass der Tod euch scheidet“ überholt ist, und deshalb gibt es Leute in der evangelischen Kirche, die diese Formel ersetzen wollen durch die Formel: „… so lange die Liebe dauert.“ Und ich Naivling dachte immer, die wahre Liebe dauert bis zum Tod.

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