Das Jahrhundert der Frauen (Gedanken zum Thema „Männer“)

Sie können das nicht sehen. Man muss schon wie ich sehr alt geworden sein, um Entwicklungen wahr zu nehmen, die andere nicht oder mindestens nicht so bemerkt haben. Und da beginne ich gleich einmal mit einem Beispiel.

Als ich ins Gymnasium ging, war der Direktor immer sehr stolz darauf, dass unsere Schule damals im Dritten Reich bei einem Vergleichstest als die Beste ausgezeichnet worden war. (So fortschrittlich war man schon damals, bis man so etwas wieder neu entdeckte und es als PISA bezeichnete.) Der Schulleiter erwähnte auch immer, wie die Konkurrenz abgeschnitten hatte: Es war damals keine einzige Mädchenschule dabei. Woran das lag, entzieht sich meiner Kenntnis. Hatte man den Mädchenschulen schlechtere Lehrer zugeteilt oder gewichtete man dort die Lernfächer anders oder waren die Mädchen damals einfach noch nicht so clever wie heute?

Koedukation gab es damals nicht. Und das war gut so. Wir Jungen konnten uns voll auf den Unterricht konzentrieren und nicht auf die Beine oder den Ausschnitt der Mitschülerinnen. Umso abenteuerlicher war für uns damals die Begegnung mit dem anderen Geschlecht. In der Tanzstunde mussten wir jungen Männer erst einmal 4 Stunden Anstandsunterricht hinter uns bringen, bevor wir auf die jungen Damen los gelassen wurden.

Die Mädchen liefen seinerzeit ganz anders herum als ihre Nachfolgerinnen heute. Züchtig waren sie gekleidet mit Pullover und weit schwingendem Rock auf lauter Petticoats. Als einmal eine Bekannte leicht ausgeschnitten in die Schule kam, wurde sie wieder nach Hause geschickt, damit sie sich „anständig“ anzog. Und wenn ich die Mädchen von heute mit meinen Augen von damals betrachte, muss ich sagen: Ich hätte unter solchen Bedingungen nicht lernen können.

Nun war es allerdings damals mit der Sexualität anders als heute. Es genügte schon ein Frauenknie, um den Mann in Erregung zu bringen:

„Ich hab‘ dein Knie geseh’n,
Das durfte nie gescheh’n…“

Sogar die Schaufensterpuppen wurden, wenn sie umgezogen wurden, züchtig mit Papier verhüllt.

https://autorenseite.wordpress.com/2012/08/17/endlich-pille-mann-14562988/

Wenn es heute üblich geworden ist, sich zur Begrüßung zu umarmen, wäre das früher nicht gegangen, denn das wäre Erotik gewesen.
Die Jungen von heute dagegen sind da wohl einfach schon völlig abgebrüht und das ist schade. Sie stehen gelangweilt neben ihren halbnackten Mitschülerinnen, die in knappsten Hotpants und tief ausgeschnittenem T-Shirt womöglich noch bauchfrei daher kommen. Trotzdem nehme ich an, dass doch noch ein nicht geringer Teil des männlichen Denkvermögens von dem beansprucht wird, was ihnen da Tag für Tag vorgeführt wird, und so arbeitet der Rest des Gehirns so ähnlich wie ein Auto, das nur noch auf drei Zylindern läuft. Für mich ist völlig klar, dass die jungen Männer von heute in ihren schulischen Leistungen abfallen müssen. Sie sind die Opfer der Koedukation, die eigentlich die beste Erfindung der Emanzen war. Und wenn Pädagogen und Psychologen die Koedukation gut finden, stimmt das nicht wie so vieles, was sie schon an Weisheiten verbreitet haben.
Der männliche Nachwuchs hat es von der frühesten Jugend an hauptsächlich mit Frauen zu tun: mit der Kindergärtnerin, der Lehrerin … Und so gewöhnen sie sich daran, dass es die Frauen sind, die wissen und sagen, „wo es lang geht“.

Und wenn der männliche Nachwuchs sich daher als Loser des Geschlechter-Kampfes sieht, ist das auch nicht gerade die richtige Einstellung, um erfolgreich ins Studium zu starten. Und so werden die Frauen auch ohne Quote bald das Ruder übernehmen.
Bei der Justiz ist es schon so:

http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/40755/Die-neue-Rechtsordnung

Neulich traf ich einen alten Anwalt, der mir erzählte, wie sehr sich die Justiz inzwischen verändert habe: „Wo man hinschaut: lauter Weiber! Bei der Staatsanwaltschaft, beim Amtsgericht, beim Landgericht… Und wenn du zu denen hineingehst, meinst du, du hast dich in der Tür geirrt. Da könnte fast jede auf dem Catwalk gehen!“

Ja, das Jahrhundert der Frauen ist angebrochen. Nur ein paar alte Männer verteidigen noch die Chefsessel der großen Firmen. Aber sie sind bald nur noch Dinosaurier einer früheren Zeit.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.