Bin ich ein Antisemit?

Ich habe in diesem Blog Kritik an der Kriegführung Israels geübt:
https://autorenseite.wordpress.com/2014/07/22/antisemitismus-ueberall-18938458/
Und gestern sah ich in den Nachrichten, dass die Israelis eine Schule der UN beschossen und zahlreiche Menschen getötet haben. Es war so (und das musste den Israelis auch klar sein), dass sich zahlreiche Menschen in dieses Gebäude geflüchtet hatten, weil sie meinten, dort unter dem Dach der UN sicher zu sein.
Von Netanjahu hörten wir zu dem Vorfall nur, die Hamas benutze die Bevölkerung als menschliche Schutzschilde. Kein Wort des Bedauerns zu dem Beschuss des Krankenhauses oder des UN-Gebäudes.
Bin ich nun schon ein Antisemit, wenn ich die Vorgehensweise der israelischen Armee als Kriegsverbrechen ansehe? Oder sind diejenigen Antisemiten, die angesichts solcher Kriegsführung mit Schildern auf die Straße gehen, auf denen sie geschrieben haben: „Feiger Jude“?
Ich meine, wir sollten sehr sorgfältig unterscheiden zwischen Antisemitismus und harter Kritik und wir sollten nicht jede Kritik, die vielleicht auch mal über die Stränge schlägt, als Antisemitismus bezeichnen.
Im übrigen meine ich, dass die Welt groß ist und dass unser Land nur ein „Fliegenschiss auf dem Globus“ ist. Seien wir angesichts unserer Vergangenheit mit unseren Protesten doch sachlicher als die Demonstranten in anderen Ländern. Frankreich empört sich sowieso viel stärker als unsere Bevölkerung. Was würden unsere Politiker wohl sagen, wenn das bei uns geschehen würde?

2 Kommentare zu „Bin ich ein Antisemit?

  1. In kursen seit 1965 bei div. trägern wurde dies thema von mir schon öfter angesprochen….

    ich habe dann den kurs gebeten..auf einem blatt DIN A 4
    ganz einfach einmal aufzuschreiben … ob sie ..und wenn sie ..juden kennen würden ..ggf. namen ..

    in der regel ??
    keine einzige nennung…

    weiter :
    frage : würden sie auf der strasse juden erkennen ?
    in der regel antwort :
    N E I N …. w i e man d a s denn können solle ?

    als weitere aufgabe :

    schreiben sie auf …w a s juden tun … wessen man sie nicht mag….

    antwort ?? so gut wie kein argument…..
    aber : immer die antwort…
    „““ da müsse doch was sein ..warum man sie nicht mögen würde …weil ja früher alle dies getan hätten „“

    und als drittes …
    ob sie wissen würden , wo denn in ihrer heimatstadt
    eine jüdische kirche stehen würde…

    auch hier : fast immer : keine ahnung..

    also für mich als praktiker über 80 steht fest…

    wenn man überall auch nur das geringste nicht m e h r !
    erwähnen / schreiben / gröhlen würde…

    unsere jugend würde diese angenommene antipathie
    nirgendwo mehr in ihrem inneren spüren oder leben..

    nur :
    denke …die heutigen palaverer finden es wohl zuuu schön…hier wieder ein thema für die sommerzeit
    entdeckt zu haben…

    finde ich falsch
    und irgenwie abscheulich
    und / aber
    ja n i c h t zu ahnden …
    leider

    frage mal in die runde :

    WELCHE MAßNAHMEN WÜRDET IHR DENN NENNEN , MIT DENEN MAN DAS THEMA VERGESSEN KÖNNTE …
    bitte aber : nur rein praktisches tun..
    danke !!

    gruss jens
    an der ostsee

  2. Was will man machen? Im Krieg ist es unvermeidlich, daß auch Zivilisten ums Leben kommen, insbesondere da die Hamashelden sich ja mit Vorliebe hinter Frauen und Kindern verstecken. Kritisieren kann man das natürlich, deswegen ist niemand ein Antisemit. Was die von dir angesprochenen Demos betrifft, bin ich allerdings erstaunt, keine Schilder mit der Aufschrift „Feige Palis“ zu sehen.

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