„Vorbildliches“ Modell: die Kirchensteuer

Eigentlich dürfte die Kirchensteuer bei uns gar nicht erhoben werden, denn im Kirchenrecht heißt es, dass es einem Bischof nur im Falle großen Notstands erlaubt ist, eine außerordentliche und maßvolle Abgabe aufzuerlegen (can 1263). Von Notstand kann bei uns im Hinblick darauf keine Rede sein, dass die Kirchen vom Staat sowieso schon Leistungen in Höhe von 14,7 Mrd. erhalten. Sogar unser früherer Papst Benedikt XVI und der verstorbene Bischof Dyba hatten sich früher gegen diese Steuer ausgesprochen (www.kirchensteuern.de/Texte/Kirchenfinanzierung.htm).
Die Kirchensteuer wird offiziell damit gerechtfertigt, dass der Kirche bei der Säkularisation ein großer Teil ihres Besitzes weggenommen wurde. Da dürften wir im Laufe von mehr als zwei Jahrhunderten unsere Schuld doch wohl langsam abgetragen haben, zumal ein großer Teil des kirchlichen Besitzes auf gefälschten Urkunden beruht (vgl. https://autorenseite.wordpress.com/kirchensteuer/).
Und nun sei hier an einem Beispiel demonstriert, wie sehr die Kirche auch heute noch unter den Enteignungen „leidet“: Einer unserer bekanntesten Dome wurde verstaatlicht. Die Folge davon ist, dass nun der staatliche Denkmalschutz und nicht die Kirche für den Unterhalt aufkommt. Aber die Kirche darf den Dom kostenlos nutzen. Finden Sie nicht auch, dass die Kirche nach der Enteignung durch eine solche Regelung in der heutigen Zeit besser dran ist als vorher? Und dafür wird sie auch noch entschädigt!

Ein Kommentar zu „„Vorbildliches“ Modell: die Kirchensteuer

  1. Ich wüsste gar nicht, wo anfangen, wenn es um Enteignungen, Wiedergutmachung und Gerechtigkeit geht.

    Aber das Thema Kirche ist und bleibt der Aufreger schlechthin. Für die einen ist sie ein Ort der Zuflucht, des Trostes und der Gemeinschaft, für die anderen die große Abzocke. Ich kann jedem, der mit der Kirche vorwiegend Negatives verbindet, nur raten, auszutreten, um sich nicht auch noch an der Kirchensteuer reiben zu müssen. Kein Austritt würde bedingen, dass man sich dadurch auch automatisch von Gott lossagt – oder von dem, was man sich darunter vorstellt, woran man glaubt oder wofür man seelischen Beistand sucht. Ausgetretene dürfen nach wie vor Kirchen betreten, Messen beiwohnen und Geistliche beanspruchen. Alles easy also.

    Andersrum betrachtet kann es durchaus passieren, dass die Kirche ihr Geld teilweise jenen zur Verfügung stellt, die es bitter nötig haben. Was die Erhaltung der sakralen Bauten verschlingt, möchte ich nicht mal annähernd wissen. Etliche Stätten wären längst verfallen, gäbe es keine Einnahmequelle. Und selbst wenn man die Kirche als reine Organisation wie etwa eine Partei betrachtet, schneidet sie nicht schlechter ab. Man kann also davon halten, was man will – solange niemand zur Kirchensteuer gezwungen wird, der diesem „Verein“ nicht beigetreten oder aber bereits ausgetreten ist, würde ich persönlich meine Aufregung lieber den Rundfunkgebühren widmen. Da wird nämlich in jedem Fall ganz legal kassiert, sobald ich ein Empfangsgerät nur besitze, auch wenn ich es vielleicht gar nicht nutze(n kann) bzw. die gebührenpflichtigen Programme meide – um nur ein Beispiel zu nennen.

    Da ist ja die Kirche noch großzügiger zu ihren (verlorenen) Schäflein … 😉

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