Das Blut an ihren Händen

Denken Sie einmal an all die Unruhen, die wir hinter uns haben: Überall gab es Tote, gerade erst wieder in Ägypten, Malaysia, Venezuela oder in der Türkei. So stand auch in der Ukraine von vornherein fest, dass es dort auch Tote geben würde. Klitschko selbst hat es ja auch so am Vorabend der Schießerei so prognostiziert. Und was hat der Westen dagegen getan? Nichts! Hat man je ein beschwichtigendes Wort aus dem Munde eines unserer Politiker gehört? Und kann jemand, der einen Rechtsstaat vertritt, zusehen, wie das Volk Regierungsgebäude und Sender erstürmt? Wer sich in solchen Situationen nicht mit mahnenden Worten einmischt, hat sich mitschuldig gemacht.
Ist es nicht bezeichnend, dass nun bei uns kein Mensch an einer Aufklärung der Schießerei auf dem Maidan interessiert ist? Der russische Außenminister Lawrow hat ja gefordert, eine Kommission der OSZE mit der Untersuchung der Schuldfrage zu beauftragen. Aber was geschieht? Nichts, und zwar deshalb, weil das Ergebnis nicht gut aussehen würde für den Westen. Man schlägt daher mit aller Gewalt auf Putin ein, um vergessen zu lassen, dass man es den Toten vom Maidan schuldig ist, für die Aufklärung von deren Todesumständen zu sorgen.
Wir leben im Zeitalter des Evitarismus: Wir bekommen nur zu hören, was für das Volk geeignet ist. Das andere wird verschwiegen, und das uninteressierte Volk fragt sowieso nicht danach.

Ein Kommentar zu „Das Blut an ihren Händen

  1. Man könnte behaupten, die Vorfälle in der Ukraine wären „Nix Neues auf der Welt“. Ich glaube schon.
    Weil noch niemals so offen und unverfroren mit zweierlei Maß gemessen wurde!
    Weil es ein Zeugnis darüber gibt, wie wichtig den Mächtigen die Meinung der Bürger ist.
    Was sollen den Politikern und Oligarchen des Westens und des Ostens auch geschehen. Im schlimmsten aller Fälle müssen sie ihr (lukratives) politisches Amt zurücklegen und werden mit einer (lukrativeren) Position in der Wirtschaft entschädigt.

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