Kein Schnee – was nun?

115 Speicherteiche in den Salzburger Bergen waren zu Beginn der Wintersaison prall gefüllt. Rund fünf Millionen Kubikmeter Wasser standen bereit, um sich bei Minusgraden unter Hochdruck in Schneekristalle zu verwandeln. Es wundert uns daher nicht, dass die Schneekanonen der Hauptstromverbraucher im Lande Salzburg sind.
Aber Schneekanonen brauchen halt auch eine gewisse Kälte, um Schnee erzeugen zu können. Und weil es heuer so warm ist, muss man nun aufrüsten. Auf dem ersten Gletscher in Österreich steht jetzt eine Art von Schneefabrik. Weil sich der Schnee draußen in der Natur bei warmen Temperaturen nicht mehr herstellen lässt, braucht man eben große kühle Werke, in denen man das weiße Gold erzeugt. Und von dort muss man es dann mit Lkw und Raupen auf die Piste bringen.
Das sind ja tolle Aussichten! Neben den scheußlichen Liftstationen, die meist aussehen, wie gelandete Raumschiffe von einem anderen Stern, werden nun wohl immer mehr noch scheußlichere Schneefabriken stehen. Und alles nur, weil die Menschen lieber fahren als gehen. Wandern im Winter wäre ja an sich auch nicht schlecht, vor allem gesünder.
À propos Gesundheit: Die Thermalbäder werden immer mehr. Ein Gast im Thermalbad braucht das Dreifache an Strom im Vergleich zum Skifahrer.
Und wenn der Mensch also erst Ski fährt und dann noch ins Thermalbad geht, wird er hoffentlich Verständnis dafür aufbringen, dass ihm die EU die Benutzung von Glühbirnen verboten hat. Schließlich muss man doch jedenfalls ein bisschen was für die Umwelt tun!

Nun steht in Kitzbühel das Hahnenkamm-Rennen vor der Tür, und wir sehen im Fernsehen grüne Wiesen, auf denen der Schnee mit Hubschraubern ausgestreut wird. Die Kamera zeigte Bilder, auf denen immer 2 Hubschrauber zu sehen waren. Man fragt sich, ob womöglich noch mehr im Einsatz waren. Und man ist froh, zu dieser Zeit nicht in Kitzbühel Eigentlich sollen ja immer weniger Energie verbrauchen, aber wo wir auch hinschauen, wird mit der Energie umgegangen, als stünde sie unbegrenzt zur Verfügung:
Im gesamten Alpenraum wird bereits eine Fläche beschneit, die der Wasserfläche des Bodensees entspricht. Dabei kommt eine Wassermenge zum Einsatz, die höher ist als die Stadt München pro Jahr verbrauchte. Der Stromverbrauch liegt etwas über dem Jahresverbrauch von Nürnberg. Und alles nur, weil die Leute zu faul sind, zu Fuß zu gehen, sprich: zu wandern.

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