Die Mutter im NSU-Prozess

„Brigitte Böhnhardt im NSU-Prozess: Kein Wort für die Opfer“
So lautet eine Schlagzeile im Spiegel über einem Artikel von Frau Friedrichsen. Und im Artikel schreibt sie:
„Sie sagt nicht, dass ihr Menschen und deren Angehörige leidtun, denen mit der Ceska 83 in die Köpfe geschossen worden war und die elend am Tatort verbluteten. Kein Wort in Richtung der Opfer.“
Ich finde das ausgesprochen übel, was der Spiegel hier zu Papier gebracht hat. Aufgabe eines Zeugen ist es, Tatsachen zu bekunden, die zur Aufklärung der Tat beitragen, bzw. wie es die StPO ausdrückt: „Der Zeuge ist zu veranlassen, das, was ihm von dem Gegenstand seiner Vernehmung bekannt ist, im Zusammenhang anzugeben.“ Für eine Entschuldigung oder Beileidsbezeugung ist in einer Zeugenaussage eigentlich kein Platz. Und wenn Frau Friedrichsen trotzdem so etwas erwartet und Frau Böhnhardt ins moralische Abseits stellt, so ist das in meinen Augen eine Gemeinheit gegenüber einer Frau, die sicherlich genug gelitten hat.
Es wäre gut, wenn der Spiegel sich darauf besinnen würde, sachlich zu berichten und dabei auf das moralisierende Gutmenschentum zu verzichten.

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