Tag des Blitzmarathons

Gestern war der Tag des Blitzmarathons. Er sollte die Unfallursache Nr. 1, nämlich die überhöhte Geschwindigkeit, bekämpfen.
Zunächst einmal muss man bei der Unfallursache „überhöhte Geschwindigkeit“ unterscheiden. Da gibt es zum einen die Missachtung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit und dann gibt es noch die nicht angepasste Geschwindigkeit, die sich aber in vorgeschriebenen Bereich hält. Wer also beispielsweise auf der Landstraße bei Glatteis mit 80 km/h unterwegs ist und ins Schleudern kommt, missachtet keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Er fährt halt nur mit nicht angepasster Geschwindigkeit.
Es wäre nun interessant zu erfahren, wie viele Unfälle auf Missachtung der Verbote zurück zu führen sind und wie viele nur durch eine nicht angepasste Geschwindigkeit verursacht wurden. Ich glaube, da würde sich wohl ergeben, dass der Blitzmarathon nicht unbedingt geeignet ist, die Hauptunfallursache zu bekämpfen. Die scheußlichsten Unfälle sind doch die Massenkarambolagen auf der Autobahn oder diejenigen die auf Heimfahrten von der Disco passieren. Sie alle dürften sich weit überwiegend bei Geschwindigkeiten ereignen, die sich im zulässigen Bereich  halten.
Die Geschwindigkeitsmessungen, die ich beobachte, finden fast alle dort statt, wo man gefahrlos schneller fahren könnte. Deshalb werden sie ja dort auch häufig missachtet und die Polizei macht „fette Beute“. Manchmal hat man den Eindruck, als wären Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder nur zu dem Zweck aufgestellt, um dort kassieren zu können. Der frühere Ministerpräsident Clement hat dies erfreulicherweise auch einmal zugeben müssen. Er hatte auf einem Autobahnstück die Geschwindigkeit auf 60 km/h begrenzen lassen, um von den kassierten Bußgeldern einen Kindergarten bauen zu können.
Was die erzieherische Wirkung von Geschwindigkeitskontrollen angeht, ist die Hoffnung wohl vergebens. In Österreich hatte man einmal vor ein paar Jahren die Idee, die Unfallautos und die Toten nicht gleich abzutransportieren, sondern sie zu Abschreckungszwecken eine Zeit lang am Unfallort stehen zu lassen. Die Wirkung war gleich Null: Kaum waren die Autofahrer ein paar Kilometer vorsichtig gefahren, ging die Raserei wieder von vorne los.

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