TUI oder der Niedergang des Tourismus

Gestern Abend brachte die ARD zur Hauptsendezeit einen Bericht über die TUI. Ich bin entsetzt darüber, wie es da heute zugeht. In 5*-Hotels arbeitet Personal für einen Stundenlohn in Höhe von 1,40 Euro. Völlig übermüdete Busfahrer bringen die Touristen in die Hotels und bekommen dafür 1300 Euro im Monat einschließlich aller Auslagen für ihr Fahrzeug.
Deshalb möchte ich hier einmal schildern, wie wir den Niedergang des Tourismus‘ miterlebt haben:
Den ersten teuren Urlaub leisteten wir uns im Hotel RIU Maspalomas, das zwar heute nur noch 4 Sterne hat, aber seinerzeit zu den besten auf der Insel gehörte. Damals wurden wir von einem Schwarzen in Livree mit einem Rolls Royce am Flugplatz abgeholt. Bei einem späteren Urlaub kam dann ein Bus, der zwar auch andere Hotels anfuhr, aber doch dann in absehbarer Zeit zu unserem Hotel kam. Schließlich erlebten wir, dass wir erst einmal eine längere Rundfahrt hinter uns bringen mussten, bis wir endlich im Hotel ankamen. Das kostete einen halben Urlaubstag.
Verschiedene Hotels haben ganz unterschiedliche Zimmer. Damals war es selbstverständlich, dass die TUI als größter Reiseunternehmer bevorzugt bedient wurde und die besten Zimmer erhielt. Das war dann eines Tages auch vorbei.
Was die Flüge anbetrifft, haben wir den Verdacht, dass da inzwischen vielleicht Betrug im Spiel sein könnte. Wir buchten beispielsweise einmal bei einem Reiseunternehmen frühzeitig den Hinflug für den Morgen und den Rückflug für den Abend. Als wir dann in den Urlaub flogen, wurde uns kurz vorher mitgeteilt, dass die Flugzeiten geändert würden: Hinflug abends und Rückflug morgens. Verlust: 2 Urlaubstage. Ob das Reiseunternehmen wirklich nicht gewusst hat, dass die Flugzeiten sich ändern würden?
Was die Behandlung von Reklamationen anbetrifft, entnehme ich dem Fernsehbericht, dass eine Einheitspauschale von 70 Euro die Normalentschädigung für einen schief gelaufenen Urlaub ist. Früher war das anders: Man war bemüht, Beanstandungen großzügig zu regeln. Als wir einmal in einem 4*-Hotel reklamierten, wurden wir sofort in das beste Hotel der Insel umquartiert. Das waren noch Zeiten! Was heute bei den Entschädigungen für berechtigte Reklamationen übersehen wird, ist dies: Wer statt des Zimmers am Meer im Hinterhof einquartiert wird, verlebt dort keinen Urlaub, sondern ärgert sich und wäre lieber daheim geblieben. Das kann man eigentlich nicht entschädigen. Was hat ein Reisender davon, wenn er dann einen vom Geiz diktierten Geldbetrag als Entschädigung erhält? Auch die Gerichte scheinen da von „beamtischer“ Sparsamkeit befallen zu sein, so dass die Reiseunternehmen schon fast einen Freibrief für Mängel haben.
Nach vielen Urlaubsflügen ist uns die Lust für diese Art von Massentourismus vergangen. Wir bleiben zu Hause und lassen es uns dort gut gehen bei ein wenig Wellness u.a. Und wir fahren wieder wie ganz am Anfang unserer Urlaubsreisen nach Italien.

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