Die Enteignung der Armen

Eine Zeit lang war in den Medien der Trend zu beobachten, darüber zu berichten, dass es den Rentnern zu gut geht und die armen Jungen dies alles bezahlen müssen. Wenn einer in unserer Einheitspresse so etwas schreibt oder es im Fernsehen bringt, müssen die anderen ins selbe Horn blasen, um ja nicht als rückständig zu gelten:
Da sahen wir insbesondere in einem Fernsehbeitrag von Ursula Heller, in welchem Luxus die Rentner angeblich leben: Demnach lassen sie es sich bei Tanz im Wellness-Hotel gut gehen, während die Jungen kaum wissen, wie sie über die Runden kommen sollen.
Die Tatsachen sehen anders aus: Die Durchschnittsrente nach 45 Jahren beträgt1176 Euro im Monat, aber viele Versicherte mit mit weniger als 45 Beitragsjahren müssen mit 900 oder 1000 Euro auskommen. Damit kann man keine großen Sprünge machen.
Was aber das Schlimmste ist: Die Rentner werden rapide enteignet: Zwar liest man gelegentlich, wenn auch selten, dass den Rentnern eine kleine Erhöhung ihrer Bezüge bewilligt wurde. Trotzdem schrumpfte ihre Rente nach Recherchen der Bildzeitung in den Jahren 2004 bis 2012 um fast 10 %. Demgegenüber hatten beispielsweise die Ärzte in diesem Zeitraum ein Plus von fast 30 % zu verzeichnen. Dieses Beispiel zeigt, dass die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander geht. Und typisch für unser Wirtschaftssystem ist, dass die Lasten von Bankenrettung und all den Rettungsschirmen wieder einmal in erster Linie den Ärmsten aufgehalst werden. Aber die tragen sie gerne, wie die steigenden Beliebtheitswerte der CDU/CSU und der Kanzlerin zeigen. Ich hoffe jedoch, dass die Werte insoweit täuschen. Die Leute erwarten halt von der SPD, die Hartz-IV und Rente mit 67 eingeführt hat, noch weniger.
Übrigens sind die Rentner von ihren schrumpfenden Einkünften deshalb besonders hart betroffen, weil die Inflationsrate zwar durchschnittlich 2 % beträgt, bei den Lebensmitteln aber 5 %. Den Rentnern nützt es nichts, wenn die Preissteigerungen bei Kleidung oder Reisen mäßig ausfallen: Sie müssen einen erheblichen Teil ihres Geldes für die teuren Lebensmittel ausgeben.

Ein Kommentar zu „Die Enteignung der Armen

  1. glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast – und heute mehr denn je werden Zahlen benutzt, um eigene politische Ansichten als allgemeine Meinung darzustellen. Schon die Fragestellung bei einer statistischen Erhebung beeinflusst entscheidend das Ergebnis – aber Umfragen ist noch weniger zu trauen.
    Fernsehen und Presse beeinflussen zudem direkt die Denkweisen der Zuschauer oder Leser. Dass im Osten die Renten im Durchschnitt bei 1000 Euro liegen – glaube ich schon gar nicht – so viel haben wir nie verdient – und einige Gleichaltrige haben mir bestätigt, dass ihre Rente die Sozialhilfegrenze nicht überschreitet. Falls doch wer mehr bekommt, dann sind es Wessis, die zugezogen oder angeschwemmt wurden – aber keine Hiesigen. Bei den Zahlen werden viele Wessis zu dem Schluss kommen, das hätten die Ossis gar nicht verdient – und nur sie hätten Anspruch auf mehr Geld. Obwohl sie auf Stühlen aus der DDR sitzen usw. Ich denke aber auch an die Trümmerfrauen, die in harter körperlicher Arbeit und ohne Rentenanspruch die Trümmer des 2. Weltkrieges weggeräumt haben und dafür in den Mülltonnen ihr Essen zusammenkramen müssen. Dagegen aber ErzNazis im Ausland die dicken Renten beziehen. Die zumeist Frauen in Minijobs oder niedrig bezahlten Berufen schauen auch bei der Rente in die Röhre – während die Bonzen und Bankster immer nur abkassieren. Prozentzahlen mag ich schon gar nicht, denn sie sagen nichts anderes aus, als die Meinung des Autors, aber nicht mal die Bezugsgröße, von der ausgegangen wurde.

    Das Renten-System, dass ja ach so sozial sein soll – ist bei genauerem Hinschauen ganz und gar nicht sozial.
    Früher haben sich die Familien viele Kinder angeschafft, um im Alter versorgt zu sein – nicht mal das ist heute drin. Da kriegen die Kinderlosen weit mehr Rente als die Leute, die Kinder ehrenamtlich versorgt haben und dafür auf einen Karrierejob verzichteten. Wohl gemerkt die Kinder, die dann die Kinderlosen mit deren besseren Rente zu bedienen haben.
    Und nehmen wir die Ansprüche der Politiker mal unter die Lupe. Wenn ein Abgeordneter nur 11 Tage im Amt ist, hat er schon Anspruch auf Altersversorgung – und die entspricht der Höhe der regulären Bezüge. Es bringt dem Volk also gar nichts, wenn er einen Politiker wegen Unfähigkeit abwählt, denn dann bezahlt das Volk 2 Politiker – und die leben verdammt lange.

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