Was mich an meiner Kirche so stört

Die Katholische Kirche hält an Überzeugungen fest, deren Richtigkeit durchaus angezweifelt werden muss. Was aber die Diskussion so unerfreulich macht, ist die Tatsache, dass sich die Katholische Kirche immer gleich darauf beruft, sie könne nicht anders, denn man müsse Gott mehr gehorchen als den Menschen. Sie desavouiert damit die protestantische Kirche, die ja auch nicht gegen Gottes Gebote verstoßen will.
Nehmen wir als Beispiel die Behandlung Geschiedener. Natürlich soll der Mensch nicht scheiden, was Gott verbunden hat. Aber wenn ein beispielsweise ein Mann gegen dieses Gebot verstoßen hat, indem er seine Ehefrau verlassen hat und eine neue Ehe eingegangen ist, dann ist er derjenige, der die von Gott gestiftete Verbindung zerstört hat, also die Ehe geschieden hat. Was nun der im Stich gelassene Ehepartner machen soll oder tun darf, darüber hat Gott nichts gesagt. Jedenfalls ist es absurd, wenn ihn die Kirche an einer zerstörten Ehe festhalten will.
Oder anderes Beispiel: Die Katholische Kirche verhält sich widersprüchlich, wenn sie Pille und Kondom als unnatürlich verbietet, am unnatürlichen Zölibat dagegen festhält, obwohl die schädlichen Folgen dieser Haltung gerade erst offenbar geworden sind.
Und was die Ordination von Frauen angeht, fragt sich doch, ob die Katholische Kirche zu Recht auf Tradition berufen kann. Die Briefe des Hl. Paulus und die darin enthaltenen Grüße an Frauen erwecken jedenfalls den Eindruck, als hätten die Frauen wichtige Funktionen bei den Urchristen gehabt. Im übrigen sollte die Kirche erkennen, dass das, was in Zeiten des Patriarchats üblich war, nicht für die Ewigkeit festgeschrieben werden muss, sondern dass die Kirche mit der Zeit gehen sollte.
Schließlich finde ich die Heimlichtuerei der Katholischen Kirche um ihr Geld ausgesprochen widerlich. Sie verstößt gegen die Bibel:
„Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar werde, auch nichts Heimliches, das nicht kund werde und an den Tag komme.“ ( Lukas 8,17) Und noch deutlicher kann die Kirche bei Hiob 12,22 nachlesen: „Er öffnet die finsteren Gründe und bringt heraus das Dunkel an das Licht.“
Dass die Bibel insoweit eine handfeste Handlungsanweisung auch für die Kirche enthält, muss der Papst derzeit schmerzlich erfahren. Aber er lernt nicht daraus, indem er sofort die Fakten auf den Tisch legt oder legen lässt, sondern er der Spekulation Tür und Tor öffnet, um sich dann darüber zu beklagen.
Vgl.: Kirchensteuer

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